Enttäuschte Gastgeber

von Günther Jakobsen14:08 Uhr | 23.01.2013

Für Südafrika war es ein schlechter Auftakt. Der Turnier-Gastgeber hatte sich gegen Kap Verde mehr als ein torloses Unentschieden ausgerechnet. Die Elfenbeinküste siegte, blieb spielerisch jedoch vieles schuldig. Tunesien kam zu einem schmeichelhaften Erfolg über Algerien.

Die Gruppe A, mit Turnier-Gastgeber Südafrika, begann mit einer Nullrunde. „Wir müssen Einiges verändern“, erklärte Gordon Igesund, der enttäuschte Coach der „Bafana Bafana“ nach dem 0:0-Unentschieden gegen den Cup-Neuling Kap Verde. Da Angola und Marokko, die beiden anderen Gruppenteams, sich ebenfalls torlos trennten, war die Ausgangslage nach der ersten Runde unverändert - mit der Einschränkung, dass Südafrika gegen den vermeintlich einfachsten Gegner gepatzt hatte. „Das wichtigste für mich ist es jetzt, die Köpfe der Spieler nach dem unbefriedigenden Spiel frei zu bekommen. Wir haben alles noch in eigener Hand“, erklärte Igesund. Fast identisch präsentierte sich die Lage nach der ersten Runde in der Gruppe C. Auch hier strauchelte mit Cupverteidiger Sambia (1:1 gegen Äthiopien) ein Favorit in seinem Auftaktspiel. Das anschließende 1:1 zwischen Nigeria und Burkina Faso stellte alle vier Gruppenteilnehmer auf die gleiche Stufe. Den „Supereagles“, die seit der 23. Minute durch Emenike in Führung lagen, wurde der Erfolg in letzter Sekunde entrissen. In der Nachspielzeit fuhr Burkina Faso einen letzten Angriff. Ex-Bundesligaspieler Pitroipa (HSV und Freiburg) legte im 16er den Ball im Fallen zurück und hatte Glück, dass zwei nigerianische Abwehrspieler das Leder verpassten. So kam Traore zum Schuss und traf aus zwölf Metern.

Der beim FC Barcelona unter Vertrag stehende Mittelfeldakteur Keita bescherte Mali einen optimalen Einstand ins Turnier. Nachdem er wenige Minuten zuvor nur den Querbalken getroffen hatte, profitierte Keita in der 84. Minute von einem groben Schnitzer Daoudas. Der Keeper in Nigers Kasten klatschte dem Barca-Profi eine Freistoßflanke direkt vor die Füße - der Rest war Formsache. Mali besetzte dank des 1:0-Sieges die Führungsposition der Gruppe B und Niger rutschte ans Ende, da das Spiel zwischen Ghana und der Demokratischen Republik Kongo 2:2 remis endete. Ein Dämpfer für die favorisierten Ghanaer. In Gruppe D schälten sich zwei Gewinner aus der ersten Runde heraus. Die Elfenbeinküste gewann erwartungsgemäß ihr Match gegen Togo. Der dürftige 2:1-Erfolg war indes alles andere als überzeugend. Es bedurfte schon des Last-minute-Treffers von Gervinho (88.), um die drei Punkte einzusacken. Und selbst danach hätte es noch ins Auge gehen können, doch Togo verpasste in der Nachspielzeit eine hochkarätige Ausgleichschance. Tunesiens Msakni war in dieser Hinsicht erfolgreicher: Mit einem herrlichen Distanztreffer ins rechte obere Eck stellte er auf den letzten Drücker den glücklichen 1:0-Sieg Tunesiens über Algerien her.



Gott hat mich geschaffen, um den Menschen mit meinen Toren Freude zu machen.

— Romario, brasilianischer Weltmeister von 1994.