Der avisierte Heimsieg Schalkes über Bukarest wurde erst auf die Schiene gesetzt, nachdem Uchida in der zweiten Halbzeit ein unerwarteter Treffer gelang. Danach spielten die Gastgeber befreit auf, Boateng und Draxler stellten das 3:0-Endresultat her.
Nach 45 recht unspektakulären Minuten ging es torlos in die Halbzeitpause. Schalkes Vorteile in der ersten gut 20 Minuten hatten zwei Torchancen ergeben, die Steauas Schlussmann Tatarusanu jedoch vereitelte: In der 9. Minute parierte er einen Flachschuss Szalais, in der 14. Minute einen Kopfball Boatengs. Mit großer Laufbereitschaft und Zweikampfstärke verstand es Bukarest in der Folgezeit, Schalke auszubremsen. Erst kurz vor dem Pausenpfiff konnte Boateng wieder einen ansatzweise gefährlichen Torschuss absetzen, der jedoch - noch abgefälscht - rechts vorbei ging. Zwischendurch hatten die Gäste eine durchaus nicht ungefährliche Phase, in der, als Höhepunkt, Hildebrand zu einer starken Parade gegen Tanases Fernschuss gefordert wurde (31.). „Da haben wir sie ein bisschen ins Spiel kommen lassen“, blickte S04-Coach Jens Keller auf diese Sequenz zurück.
Steaua blieb auch nach dem Seitenwechsel sehr unbequem. Ein Trend, zu wessen Gunsten das Pendel ausschlagen könnte, war nicht erkennbar. Da half den „Knappen“ ein Missverständnis auf Seiten der Gäste. Uchida flankte von rechtsaußen hoch in den Strafraum. Ein Bukarester Abwehrspieler und Torwart Tatarusanu waren uneins, wer das Leder annehmen sollte, das angesichts dieser kollektiven Unentschlossenheit im langen Eck landete (67.). Der Treffer beflügelte Schalke, nun griffen die Rädchen des Kombinationsspiels besser ineinander. Nach Vorarbeit von Farfan und Draxler erhöhte Boateng in der 78. Minute auf 2:0 und fünf Minuten vor dem Abpfiff schloss Draxler einen dynamisch vorgetragenen Angriffszug mit einem Lupfer über Tatarusanu hinweg zum 3:0-Endstand ab. „Das erste Gegentor ist sehr unglücklich gefallen. Danach nahm das Unheil für uns seinen Lauf“, machte Gästecoach Laurentiu-Aurelius Reghecampf Uchidas Flanke als Knackpunkt der Partie aus.
André Schulin
Wer von der Meisterschaft spricht, wird von mir standrechtlich erschossen.
— Reiner Calmund vor dem Saisonfinale 2000