Erfolgserlebnisse für Köln und Stuttgart

von Günther Jakobsen13:46 Uhr | 13.04.2015

Das Feld war vorbereitet für Werder Bremen und 1899 Hoffenheim, um sich am Sonntag den EL-Plätzen anzunähern - beide Teams scheiterten jedoch in ihren Auswärtsspielen. Der HSV rutschte, wie in der Frühphase der Saison, ans Tabellenende.

Während seinerzeit noch genügend Spiele für den HSV Korrekturmöglichkeiten boten, wurde die Lage nach der 0:2-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg sehr ernst. "Wir haben gut begonnen und dann legen wir uns den Ball wieder selber rein und lassen uns davon umhauen", beschreibt Heiko Westermann den Ablauf der Partie. Vor allem, dass die Hamburger praktisch keine Torgefahr entwickelten - Benaglio wurde über die gesamte Spielzeit nicht gefordert - musste beunruhigen. Dietmar Beiersdorfer, der den VfL als überlegen anerkannte ("Momentan nicht unsere Kragenweite ..."), schwenkte den Fokus sofort auf das Restprogramm: "Wir haben sechs Spiele und den festen Glauben an uns, deshalb gehen wir geschlossen weiter." Die zweitplatzierten Wolfsburger sicherten mit diesem Erfolg ihre Champions League-Chance: Schlechter als Platz vier konnte Dieter Heckings Mannschaft rechnerisch nun nicht mehr abschneiden.

Dass Kölns Ergebniskrise der Hinserie auf eigenem Platz beendet ist, musste auch 1899 Hoffenheim erfahren. Die Kraichgauer führten zwar in Sachen Ballbesitz und Torschüsse - das 3:2-Endresultat wies indes die Domstädter, die längere Zeit in Unterzahl spielten (69., Rote Karte für Olkowski), als strahlenden Sieger aus. "Das war ein wichtiger Sieg für uns", dozierte Peter Stöger. Der FC brachte sechs Punkte zwischen sich und Platz 16 und überholte Mainz und Hertha BSC.
Im lange Zeit zähen Duell zwischen Stuttgart und Werder überschlugen sich in der zweiten Hälfte die Ereignisse. Selke glich die Führung der Schwaben aus der 16. Minute (Gentner) nach dem Seitenwechsel aus (50.). Nur kurz nutzten die Bremer in der Folgezeit den Rückenwind des Ausgleichs, um sich besser in Szene zu setzen. Dann schwang sich der abstiegsbedrohte VfB wieder zum bestimmenden Team auf dem Platz auf, verpasste jedoch zunächst durch Harnik zwei große Chancen, erneut in Führung zu gehen. Nach Vorarbeit des Österreichers, der den Platz in der 85. Minute verlassen musste (Gelb-Rote Karte), holte Ginczek das Versäumnis nach (70.). Überraschend glich Werder kurz vor dem Ende noch aus (87., Vestergaard-Kopfball nach Ecke) und wollte nun mehr. Ein Gegenstoß der Stuttgarter führte die Heimelf jedoch in der Nachspielzeit zum Sieg: Serey Die trieb das Leder durchs Mittelfeld und Ginczek überwand Wolf zum 3:2-Endstand. "Das dritte Tor enttäuscht mich. Stuttgart war bissiger, hat seine Chance genutzt", sagte Werder-Coach Viktor Skripnik. "Ich habe viel erlebt, aber was sie mir heute wieder angetan haben - unglaublich", entfuhr es Huub Stevens, dessen Nervenkostüm durch den Blick auf die Tabelle - Stuttgart gab die rote Laterne ab - entspannt werden sollte.



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