Für die Mainzer lief in der Saisonvorbereitung längst nicht alles nach Plan. Der neue Coach Kasper Hjulmand muss deshalb in den Pflichtspielen auf den Durchbruch hoffen. Augsburg scheint ein Stückchen weiter zu sein, beklagte im letzten Testspiel allerdings drei Verletzungen.
Augsburgs imponierende Entwicklung in der vergangenen Saison, die man als Achtplatzierter (52 Punkte) abschloss, verleitet Erfolgstrainer Markus Weinzierl nicht zu irrwitzigen Erwartungen: "Wir müssen wichtige Spieler wie André Hahn oder Kevin Vogt ersetzen; der Teamgeist muss neu geformt werden. Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt ...", hält er den Ball flach. Dabei dürfte ihm klar sein, dass der einstige Abstiegskandidat FCA spätestens jetzt von der gesamten Konkurrenz als harte Nuss betrachtet wird. Mit Holzhauser (zurück zum VfB Stuttgart), Ji (BVB) und Milik (Ajax) verließen drei Offensivspieler den Verein, die man gerne gehalten hätte. Die Wahrscheinlichkeit, dass mit Matthias Ostrzolek eine wichtige Abwehrstütze ebenfalls noch das Trikot wechselt, erscheint hoch - der Linksverteidiger hat sein Wechsel-Interesse zum Hamburger SV bekundet. Um die Offensiv-Verluste personell aufzufangen, sind die Schwaben bereits recht aktiv gewesen. Die Stürmer Djurdjic (von Greuther Fürth), Matavz (PSV Eindhoven) und Parker (FSV Mainz) sowie der Ex-Nürnberger Feulner, als ordnende Hand im Mittelfeld, bilden interessante neue Optionen. Vielleicht gelingt auch FCA-Nachwuchstalent Erik Thommy, der im Testspiel gegen Crystal Palace FC (0:0) eine gute Rolle spielte, der Anschluss an die Stammelf. Dieser letzte Test war allerdings auch mit Hiobsbotschaften verbunden, da Moravek (Knieverletzung), Bobadilla (Muskelfaserriss) und Callsen-Bracker (Rippenprellung) verletzt ausgewechselt werden mussten. Ob Weinzierl seine Idealvorstellung bis zum Saisonstart bei 1899 Hoffenheim realisiert hat, ist ungewiss. Dass der FCA seine Möglichkeiten aber im Laufe der Saison optimiert, darf angenommen werden.
Wieder nichts mit internationalem Fußball. „Ich bin sehr enttäuscht und auch ein wenig schockiert“, räumte der neue Mainzer Coach Kasper Hjulmand ein, nachdem die 05er in der dritten Runde der EL-Qualifikation am griechischen Erstligisten Asteras Tripolis scheiterten. Die zweite große Enttäuschung dieser Art, nach dem vergleichbaren Fiasko gegen Gaz Metan Medias (Rumänien), drei Jahre zuvor. "Unserem Image tut das nicht gut", meinte Präsident Harald Strutz - eine nicht von der Hand zu weisende Feststellung, da dem FSV angesichts der nicht ganz unkomplizierten Trennung von Thomas Tuchel, dem langjährigen "Gesicht" des Vereins, ein positiver Schub sehr geholfen hätte. Ein lange Zeit vereinsintern schwelendes Duell der Keeper Wetklo (SV Darmstadt) und Müller (FSV II.) gehört nun auch endgültig der Vergangenheit an; der Verbleib von Nachrücker Loris Karius, der schon die meisten Spiele der vergangenen Saison im Kasten stand, ist deshalb jedoch nicht gesichert (Interesse von Benfica Lissabon). Gut, dass der FSV mit dem griechischen Nationalspieler Stefanos Kapino (von P. Athen), der die Trikot-Nummer Eins bekam, bereits eine Alternative verpflichtet hat. Inwieweit sich die Abgänge der Stürmer Maxim Choupo-Moting (Schalke) und Nicolai Müller (HSV) verkraften lassen, muss die Zukunft zeigen. Keine vielversprechende Zukunft sah Nachwuchsstürmer Shawn Parker bei den 05ern und wechselte deshalb zum FCA. Die größten Mainzer Hoffnungen innerhalb der Neuzugänge ruhen auf dem serbischen Offensivallrounder Filip Djuricic, der von Benfica ausgeliehen wurde. Im letzten Test, gegen den FC Granada (0:1), konnte jedoch auch er kein Erfolgserlebnis erzwingen. "Wir haben uns viele gute Chancen herausgearbeitet und waren die bessere Mannschaft. Heute hat nur ein Tor gefehlt", bedauerte Hjulmand die missglückte Generalprobe.
Als ich noch für Union gespielt habe, war ich mit einigen Leverkusenern aneinandergeraten. Nachdem wir uns hier besser kennengelernt haben, sagten sie: Du bist ja gar nicht so ein Arsch!
— Robert Andrich, Bayer Leverkusen, bei SPORT BILD über seinen Wechsel von Union Berlin zur Bayer-Elf.