Erster Frankengipfel in der Bundesliga

von Günther Jakobsen15:58 Uhr | 23.11.2012

Das fränkische Derby Fürth/Nürnberg, das Nordduell Wolfsburg/Bremen, das Topspiel Schalke/Frankfurt - diese drei Partien sind Farbtupfer des insgesamt mit sehr interessanten Begegnungen bestückten 13. Spieltags.

Es war wohl die Summe der letzten unerfreulichen Ergebnisse, die Fortuna-Coach Norbert Meier vor dem HSV-Spiel zur Feststellung veranlassten: „Die Mannschaft lebt und ist absolut intakt.“ Sieben sieglose Spiele warfen Düsseldorf auf Relegationsplatz 16 zurück, und mit mindestens fünf Ausfällen (Soares, Schahin, Cha, Fink, Malezas), sowie dem noch fraglichen Einsatz Kruses sind Düsseldorfs Voraussetzungen im Freitagsspiel nicht optimal zu nennen. Die Gäste sind indes auch ein Stück davon entfernt, in Bestbesetzung auflaufen zu können. Allerdings ist Aogo wieder in Startelf-Verfassung.

Die Samstagsspiele verheißen einen spannenden Erstliganachmittag, geprägt von Besonderheiten verschiedenster Art. Das Topspiel Schalke 04 vs. Eintracht Frankfurt beispielsweise bringt die punktgleichen Bayernverfolger zusammen und S04-Manager Horst Heldt eine Begegnung mit einem seiner Ex-Klubs („Mit Frankfurt verbinde ich grundsätzlich eine schöne Zeit“) sowie Armin Veh, mit dem er einst in Stuttgart den Titelgewinn feierte (2007). Eintracht-Coach Veh hat seiner Elf mit auf den Weg gegeben, ihre Chance mit einer aktiven Spielauffassung zu suchen. „Wir fahren schon als Außenseiter nach Gelsenkirchen“, weist er die Favoritenrolle jedoch den Königsblauen zu. Tabellenführer FCB rief unter der Woche in der Champions League nicht sein volles Potenzial ab, doch auch der Gegner, Hannover 96, dürfte ganz anders motiviert sein, als bei der Europa-League-Pflichterfüllung gegen Twente.
Borussia Dortmund überzeugte international vollends - die Demonstration bei Ajax hätte FSC-Coach Thomas Tuchel aber nicht gebraucht, um von den Schwarzgelben beeindruckt zu sein: „Ich finde schon, dass der Abstand zwischen den beiden Vereinen riesengroß ist, zum Beispiel was die individuelle Qualität und die finanziellen Mittel angeht. Die Kunst ist es, diesen Abstand in den 90 Minuten zu überwinden.“ In den beiden restlichen Spielen sind keine großen räumlichen Distanzen zu überwinden. Äußerst gering sogar ist die Entfernung im 255. Frankenderby. Der „Adler“, die erste in Deutschland eingesetzte Dampflok, überbrückte die sechs Kilometer zwischen Nürnberg und Fürth anno 1835 in zwölf Minuten. Der Punktrückstand der Fürther auf den benachbarten 1. FC Nürnberg (fünf Zähler) ist indes in 90 Minuten nicht wettzumachen. Unter besonderen Vorzeichen wird auch das grün-weiß geprägte Nordderby VfL Wolfsburg gegen Werder Bremen ausgetragen, da sich auf dem Platz Werders Ex-Stars Diego und Naldo sowie auf der VfL-Bank Klaus Allofs gegen den langjährigen Stammklub formieren.

Stuttgart (5:1 bei Steaua) und Gladbach (2:0 gegen Limassol) sammelten in ihren EL-Spielen am Donnerstag jede Menge Auftrieb. In einem reizvollen Südduell beim SC Freiburg trifft der VfB auf einen exakt auf Augenhöhe rangierenden Bundesligakonkurrenten (je 16 Zähler), während die „Fohlen“ eine vermeintlich leichtere Auswärtsaufgabe beim Tabellenschlusslicht FC Augsburg erwartet. „Wir wollen an die guten Leistungen der letzten Heimspiele gegen Hamburg und Dortmund anknüpfen, doch wir wollen natürlich mehr rausholen“, hofft FCA-Coach Markus Weinzierl - der Amsif erneut als Jentzsch-Vertreter benannte - jedoch auf ein Ende der Niederlagenserie. Leverkusen schonte Kräfte, bei der nicht mehr so dringlichen EL-Aufgabe bei Metalist Kharkov (0:2). Das Gastspiel der Bayer-Elf in Sinsheim wird deshalb mit einer personell stark veränderten Aufstellung angegangen. 1899-Coach Markus Babbel räumt ein, dass sich die Kraichgauer in einer „Gefährlichen Situation“ befinden. „Wir haben aber auch eine Woche vor uns, in der man viel in die richtige Richtung lenken kann.“



Ja, morgen geht die Saison beim FC Bayern los.

— Klaus Augenthaler zur Frage, wie er sich nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1990 fühlt.