Für die Färöer lohnte sich die Qualifikation schon jetzt; auch die Fußballzwerge aus Liechtenstein durften einen raren Erfolgsmoment genießen. Während die EM-Endrunde für diese beiden Nationen jedoch außer Reichweite scheint, ist Israels erste Teilnahme gut möglich.
Vom Ausgang des Spiels gegen Lettland hatte Bondscoach Guus Huddink seinen Verbleib im Amt abhängig gemacht. Der 6:0-Sieg - Robben und Huntelaar trafen je zweimal - bedeutete zunächst einmal, dass Hiddink die Brocken nicht sofort hinschmiss. Eine verbindliche Aussage, die "Oranjes" wie geplant bis 2016 zu coachen, vermied er allerdings. Mit lediglich sechs Punkten nach vier Spielen hinkten die Niederländer als Dritter der Gruppe A nach wie vor ihren Ansprüchen noch deutlich hinterher. Im Spitzenspiel der Gruppe schlug Tschechien die Gäste aus Island verdient mit 2:1, auch wenn der kuriose Siegtreffer - von Bödvarssons Fuß abgefälscht, wurde Torwart Halldorsson auf dem falschen Fuß erwischt (61.) - als Eigentor daher kam. Tschechien (12 Punkte) setzte sich vor die Isländer (9); die Türkei (4) erfüllte mit dem 3:1-Erfolg über Kasachstan das Minimum, um noch im Rennen um Platz drei zu bleiben.
Belgiens (5 Punkte) Ambitionen, sich in der Spitze der Gruppe B festzusetzen, erhielten durch das torlose Remis gegen Wales (8) einen empfindlichen Dämpfer. Immerhin halten die Belgier noch ein Spiel in Hinterhand, das trifft allerdings auch auf den neuen Spitzenreiter Israel (9) zu, der einen glatten 3:0-Sieg gegen das enttäuschende Team Bosnien-Herzegowinas (2) feierte. Zypern (6) mischt nach seinem 5:0-Heimerfolg über Andorra auch noch mit. Efrem gelang als erstem Zyprer ein Nationalmannschafts-Dreierpack (31./42./60.).
In der Gruppe C blieb die Reihenfolge nach dem vierten Spieltag unverändert. Alle Favoriten gewannen, deshalb behauptete sich die Slowakei (12 Punkte) aufgrund ihres 2:0-Auswärtssieges in Mazedonien an der Spitze, gefolgt von Spanien (9 Zähler, 3:0 gegen Weißrussland) und der Ukraine (6 Punkte, 3:0 in Luxemburg). "Wir haben insgesamt gut gespielt, die Partie dominiert und nach den ersten beiden Toren haben wir sehr ruhig agiert", fand Spaniens Trainer Vicente Del Bosque, der den Torschützen des Führungstreffers (Isco, 18.) hervor hob.
Der keineswegs überzeugende 4:0-Erfolg Deutschlands (7 Punkte) über Gibraltar hievte die DFB-Elf auf den zweiten Platz der Gruppe D, vor den punktgleichen Mannschaften aus Schottland und Irland. "Es war wie ein großer Schwergewichts-Boxkampf", empfand Schottlands Manager Gordon Strachan den 1:0-Sieg seines Teams (74., Maloney) im Duell mit den Iren, der auf Augenhöhe ausgetragen wurde. Oberhalb der gesamten Gruppenkonkurrenz rangierte jedoch Polen (12), dank eines souveränen 4:0-Sieges in Georgien.
Einsamer und verlustpunktfreier Spitzenreiter der Gruppe E blieb England. Rooney, in seinem 100. Länderspiel, glich in der Partie gegen Slowenien (6 Punkte) den 0:1-Rückstand (58., Eigentor Henderson) per Strafstoßtreffer postwendend aus (59.). Welbecks Doppelpack (66./72.) machte den 3:1-Erfolg perfekt. Den Schweizern glückte mit einem ungefährdeten 4:0-Sieg gegen Litauen der Sprung auf dasselbe Punktelevel wie Litauen und Slowenien - der total verpatzte Quali-Start wurde repariert.
Nichts mehr zu kitten gab es hingegen für Griechenlands Coach Claudio Ranieri nach der demütigenden 0:1-Heimpleite gegen die Färöer (61., Edmundsson). "Wir sind Gruppenletzter und das ist es, was wir verdienen. Dafür ist immer der Trainer verantwortlich", meinte der Italiener, der umgehend seines Amtes enthoben wurde. Eitel Sonnenschein dagegen beim Gegner: "Ich freue mich so sehr für die Spieler. Sie sind nach jedem Rückschlag mit so unglaublicher Motivation zurückgekommen. Heute wurden sie dafür mit einem fantastischen Sieg belohnt, der sich auf der ganzen Welt herumsprechen wird", erklärte Lars Olsen. Die Färöer feierten ihre ersten drei Punkte in der Quali. Ganz oben in der Gruppe F, mit zehn Punkten, rangierte derweil Rumänien nach dem 2:0-Heimsieg gegen Nordirland (9). Ungarn (7) blieb mit dem 1:0 über Finnland in Reichweite.
Der dritte Sieg in Folge, das 1:0 gegen Russland (73., Okotie), machte Österreich zum unangefochtenen Topteam der Gruppe G (10 Punkte). "Das Ergebnis ist nicht gut, das Spiel war aber nicht schlecht", analysierte der mit seiner Mannschaft auf Rang drei zurückgefallene Fabio Capello (5). Den Schweden (6) reichte ein 1:1-Remis in Montenegro, um an Russland vorbei zu ziehen. Liechtenstein (4) hielt dank seines 1:0-Auswärtssieges (74., Burgmeier) in Moldawien noch Kontakt.
Drei Mannschaften setzten sich in der Gruppe H ab: Italien und Kroatien, nach ihrer 1:1-Punkteteilung mit jeweils zehn Punkten, sowie Norwegen, einen Zähler dahinter. Für die Norweger war Nordtveit mit seinem Kopfballtreffer (25.) der 1:0-Matchwinner in Aserbaidschan. Das Spiel der Italiener gegen Kroatien musste wegen Pyrotechnik-Einsatz zweimal unterbrochen werden.
Die Tabelle der Gruppe I blieb aufgrund der unterschiedlichen Spielanzahl unvollständig. Spitzenreiter Dänemark (7 Punkte/4 Spiele) sorgte jedenfalls dafür, dass Serbien (1 Punkt/2 Spiele) nach der 1:3-Heimniederlage vorerst abgeschlagen war. Portugal (6 Punkte/3 Spiele) setzte sich nur knapp dank eines Ronaldo-Treffers (72.) gegen Armenien (1 Punkt) durch. "Wir hätten zwar noch mehr Gegentore bekommen können, aber mit unserer Leistung hätten wir auch einen Punkt holen können. Wir haben gut gespielt und werden in Zukunft noch besser sein", lehnte sich Armeniens Trainer Bernard Challandes aus dem Fenster.
Wo ist in Stuttgart eine Nervenklinik? Ich muss jede Woche dorthin gehen, um mich zu beruhigen!
— Peter Szatmári, VfB Stuttgart.