Favoriten in Not

von Günther Jakobsen13:06 Uhr | 10.01.2013

Auch in England gilt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Im Halbfinale des Capital One Cup, dessen Gewinner sich für die Europa League qualifiziert, überraschten die Underdogs Swansea und Bradford mit Hinspielerfolgen.

Der krisengeschüttelte FC Chelsea - aus der Champions League ausgeschieden, im Finale der Klub-WM unterlegen und im Titelrennen hoffnungslos abgeschlagen - steckte nun auch im Capital One Cup (League Cup) einen deftigen Rückschlag ein. Bis dahin hatten die „Blues“ in diesem Wettbewerb mit klaren Siegen überzeugt und zudem zwei Runden zuvor mit Manchester United einen dicken Brocken aus dem Weg geräumt. Das Halbfinal-Hinspiel auf eigenem Platz gegen Swansea City endete jedoch mit einer 0:2-Pleite - keine guten Aussichten für das Rückspiel. Abwehrspieler Ivanovic erwischte einen schwarzen Tag, da er vor dem 0:1 durch Michu den Ball vertändelte (39.) und in der Nachspielzeit einen fatalen Rückpass spielte, den Graham zum 2:0-Endstand nutzte. Gerhard Tremmel, der ehemalige Bundesliga-Keeper, war ein starker Rückhalt im Tor der „Swans“, die in der Premier League Rang 9 belegen (29 Punkte).

Die noch größere Überraschung produzierte jedoch Viertligist Bradford City. Die „Bantams“ gaben Premier-League-Vertreter Aston Villa im Heimspiel vor 22.000 Zuschauern das Nachsehen: Treffer von Wells (19.) und McArdle (77.) brachten den Außenseiter mit 2:0 in Führung, bevor Weimann für den Favoriten verkürzte (82.). Zur Freude der Gastgeber stellte McHugh kurz vor dem Ende dann noch den 3:1-Endstand her, der Bradford realistische Chancen auf das Erreichen des Finals wahrte. Mit Wigan Athletic und dem FC Arsenal hatten die „Bantams“ schon zwei Erstligisten rausgekegelt.



Mein wichtigstes Tor hat Andy Brehme geschossen.

— Rudi Völler auf die Frage, welches sein wichtigstes Karriere-Tor war. Gemeint war das 1:0 per Foulelfmeter im WM-Finale 1990 gegen Argentinien durch Andy Brehme. Völler war zuvor gefoult worden.