Favoriten mit Startproblemen

von Günther Jakobsen12:57 Uhr | 12.07.2011

Die Gruppenspiele sind fast durch, aber erst eines der vier Teams, die durch den Rost fallen, steht fest. Die Topfavoriten Argentinien und Brasilien starteten träge ins Turnier.

Allzu viele Entscheidungen sind bei der 43. Kontinentalmeisterschaft Südamerikas noch nicht gefallen. Von den zwölf Mannschaften des Starterfeldes - neben den zehn CONMEBOL-Mitgliedern mischen Mexiko und Costa Rica als Gastmannschaften mit (beide dem CONCACAF zugehörig; Nordamerika und Karibik) - hat lediglich Bolivien die Finalrunde bereits definitiv verpasst. Die Modalitäten sehen vor, dass in der Gruppenphase (3 Gruppen á 4 Teams) nur jeweils die Letztplazierten automatisch ausscheiden. Außerdem scheidet noch der Drittplatzierte mit der schlechtesten Bilanz aus.

Nachdem die Spiele der Gruppe A komplett sind, haben sich Kolumbien (7 Punkte) und Argentinien (5) sicher für das Viertelfinale qualifiziert, derweil Costa Rica (3) von den Resultaten der beiden anderen Gruppen abhängig ist. Bolivien konnte nur einen Zähler sammeln, beim 1:1-Auftakt gegen Turnier-Gastgeber Argentinien. Die Auftritte der „Albiceleste“ mussten bislang als enttäuschend bewertet werden. Auch im zweiten Spiel sprang für Messi & Co. nur ein Remis heraus (0:0 gegen Kolumbien), so dass vor dem letzten Match sogar das Weiterkommen zur Disposition stand. Gegen Costa Rica legte die von Sergio Batista trainierte argentinische Auswahl allerdings einen Gang zu. Zweimal Aguero (45. und 53.) sowie di Maria (64.) stellten den verdienten Erfolg sicher.

Für Titelverteidiger Brasilien steht ein solcher Leistungssprung noch aus. Trainer Mano Menezes muss sogar halbwegs zufrieden sein, dass seine Mannschaft nach zwei Spielen in der Gruppe B zwei Zähler vorweisen kann. 0:0 trennte man sich zunächst von Venzuela. Im zweiten Spiel, gegen Paraguay, rettete der eingewechselt Fred erst in letzter Minute ein 2:2-Unentschieden. Zwei Ex-Bundesligaprofis, Santa Cruz (55.) und Valdez (67.), hatten für Paraguay getroffen, bei beiden Toren wurde Brasiliens Abwehr ausmanövriert. In dieser Gruppe ist vor der letzten Runde noch alles möglich. Venezuela schaffte dank eines 1:0-Erfolges (61., Gonzales) über Ecuador bislang den einzigen Dreier und führt das Feld mit vier Zählern an. Dahinter stehen auf gleicher Höhe (jeweils 2 Zähler) Brasilien und Paraguay. Ecuador (1 Punkt) bleibt noch die Chance, mit einem Sieg über Brasilien die nächste Runde aus eigener Kraft zu erreichen.

Den führenden Teams der Gruppe C, Chile und Peru, ist mit ihren jeweils vier eingefahrenen Zählern das Viertelfinale sicher. Beide schlugen Mexiko und spielten unentschieden gegen Uruguay. Für die Mexikaner ist im abschließenden Spiel gegen Uruguay ein Sieg unverzichtbar, um überhaupt noch Chancen auf den Turnierverbleib zu haben. Selbst das wäre jedoch noch keine Garantie. Inwieweit „El Tri“ noch Motivation und Kraft generieren kann ist allerdings sehr fraglich. Am 25. Juni 2011 erst hatten die Mexikaner den 4:2-Finaltriumph über die USA im Gold Cup, der CONCACAF-Meisterschaft, gefeiert.



Handkuss an die Frau Gemahlin!

— Toni Polster nach einem Platzverweis zum Schiedsrichter.