Fernduelle um Europapokalplätze

von Günther Jakobsen14:18 Uhr | 10.04.2015

Von besonderem Interesse sind am 28. Spieltag die Positionskämpfe um die Ränge 3 bis 6. Natürlich spitzt sich auch die Lage für die abstiegsgefährdeten Teams zu; die vier Letztplatzierten spielen vor eigenem Publikum.

Am Freitagabend will Hannover endlich seinen ersten Rückrundendreier klarmachen: "Wir werden mit Sicherheit nicht die Räume bekommen, die wir in Frankfurt noch bekommen haben", rechnet 96-Coach Tayfun Korkut aber mit einem zähen Ringen gegen die Gäste aus Berlin, die dank ihres Erfolges vom letzten Spieltag entspannter in diese Partie gehen. Laut Korkut ist bei den "Roten" eine Doppelspitze Ya Konan/Joselu durchaus eine Option. Hertha-Trainer Pal Dardai schiebt den 96ern die Favoritenrolle zu: "Trotzdem wollen wir einen Punkt oder Punkte mitnehmen."
Am Samstag werden dann in Fernduellen Punkte zum Erreichen der internationalen Startplätze ausgespielt: Gladbach (50 Zähler) will CL-Platz Drei in der Partie gegen Dortmund absichern, derweil Verfolger Leverkusen (48) mit einem Erfolg in Mainz mindestens den Anschluss zu halten trachtet. Beide Teams mussten unter der Woche das Ausscheiden im DFB-Pokal hinnehmen.
Die derzeit nah beieinander rangierenden EL-Aspiranten aus Gelsenkirchen (40) und Augsburg (39) spielen jeweils gegen Vereine aus dem unteren Tabellenbereich. Schalke empfängt den SC Freiburg, der ebenfalls im Pokal scheiterte (in Wolfsburg), gegen die "Knappen" aber eine statistische Besonderheit vorweist: Gegen keinen anderen Bundesligisten fuhren die Breisgauer mehr Siege ein (12 Siege in 31 Spielen, 5 Remis). Ein mögliches Comeback Draxlers, sowie eine Startelfnominierung Farfans machte Roberto Di Matteo von den Eindrücken des Abschlusstrainings abhängig. Der FCA trifft im Gastspiel beim SC Paderborn auf eine Mannschaft, die im Abstiegskampf mehr denn je mit dem Rücken zur Wand steht. "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis", sagt André Breitenreiter, damit der SCP seine mannschaftliche Stärke wieder in die Waagschale werfen könne.

Die in der Bundesliga und im Pokal weiterhin auf der Erfolgswelle reitenden FC Bayern (gegen Frankfurt) und VfL Wolfsburg (in Hamburg) vervollständigen mit ihren Partien die Liste der Samstagsspiele. FCB-Abwehrspieler Benatia vergrößerte nach seiner Verletzung im Pokalspiel die Ausfallliste der Münchner; auf der anderen Seite konnte Ribery das Training wieder aufnehmen.
VfL-Trainer Dieter Hecking empfiehlt seinen Spielern, das Augenmerk nicht zu sehr auf die Lage des im Abstiegskampf steckenden HSV zu legen. "Wenn wir meinen, dass wir das ´irgendwie´ schaffen werden, dann wird´s wieder ein enges Spiel."
Am Sonntag geht es zunächst für den 1. FC Köln darum, seine Distanz zu den Abstiegsrängen zu wahren, während die Gäste aus Sinsheim ihre intakten EL-Ambitionen - für die mit einiger Wahrscheinlichkeit auch ihr aktueller siebter Tabellenplatz reicht - weiter verfolgen. "Sie spielen einen guten Fußball, sind immer für Tore gut, haben tolle Spieler in ihren Reihen. Für mich ist es eigentlich verwunderlich, dass sie nicht weiter oben stehen", findet FC-Trainer Peter Stöger nur lobende Worte für den Gegner.
Gleiches gilt für Stuttgarts Vorstand Sport, Robin Dutt, der mit dem VfB seinen Ex-Klub Werder Bremen erwartet: "Sie machen es sehr gut. Das muss man anerkennen." Mit dem 2:0-Sieg über den VfB in der Hinrunde holten die Grünweißen ihren ersten Heimdreier der Saison und leiteten den Aufschwung ein. Bei den Schwaben könnte Innenverteidiger Rüdiger sein Comeback feiern.



Ich gratuliere ihnen nicht jetzt schon.

— FC-Trainer Steffen Baumgart nach vier Bundesliga-Spieltagen über Tabellenführer Bayern München.