Fette Heimschlappen: BVB und VfB

von Günther Jakobsen17:31 Uhr | 09.02.2013

Tag des Nordens: Werder düpiert den VfB in Stuttgart, der HSV den BVB in Dortmund (jeweils mit 4:1), Hannover bezwingt Hoffenheim beim einzigen Heimsieg des Nachmittags und Wolfsburg gewinnt bei der SpVgg Greuther Fürth - beide jeweils mit 1:0. Rasant ging es zudem in Mönchengladbach zu, wo sich die Favre-Elf von Leverkusen mit 3:3 trennte. Frankfurt kam gegen Nürnberg nicht über ein 0:0 hinaus.

Womit vorher wohl nicht zu rechnen war: Der Hamburger SV trumpft völlig unerwartet bei Borussia Dortmund auf und fährt einen sensationellen 4:1-Erfolg ein. Der BVB ging zwar nach einem HSV-Schnitzer durch Lewandowski, der 14 Minuten später die Rote Karte sah, in Front (17.), doch die Gäste schafften schnell die Wende: Rudnevs (18.) und Son (26.) waren verantwortlich. Nachdem Lewandowski fehlte, war der BVB zu zehnt dicht vorm Ausgleich, zudem hieß es Zehn gegen Zehn, denn auch Bruma flog nach einer Notbremse (59.) vom Platz. Doch drei Minuten später erhöhte Rudnevs auf 3:1 und Son staubte kurz vorm Abpfiff zum 4:1 ab. Die Borussen hatten einen gebrauchten Tag erwischt, der HSV machte dagegen sein bis dahin bestes Saisonspiel.

Mit dem gleichen Resultat triumphierte auch Werder Bremen beim desolaten VfB Stuttgart, der sein fünftes Spiel in Folge abgeben musste. Die Bremer führten zu Recht zur Pause durch ein Tor von Ekici (34.), mussten allerdings nach der Pause den Ausgleich durch Traoré hinnehmen (50.). Ein grober Abwehrfehler der Schwaben wurde eiskalt von Hunt ausgenutzt (60.), während sich Ekici ein zweites Mal feiern lassen durfte, er erzielte das 3:1 per Freistoß (74.). Stuttgart kam nicht mehr zurück, dafür machte de Bruyne nach einem erneuten Fehler des VfB im Aufbauspiel per Lupfer das 4:1 in der Nachspielzeit. Ein hochverdienter Werder-Sieg.

Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth gelang es auch gegen den VfL Wolfsburg nicht, in dieser Saison erstmals daheim zu gewinnen. In einer schwachen Partie genügte ein toller VfL-Spielzug, vorgetragen über Diego und Dost, der vollstreckte (23.), für den wichtigen Arbeitssieg der Norddeutschen. Erneut konnten die Fürther im Angriff keine Gefahr für ihren Gegner entwickeln.

Eher glücklich durfte sich Hannover 96 schätzen, denn der 1:0-Erfolg gegen 1899 Offenheim stand über die gesamte Zeit auf der Kippe. Bereits nach acht Spielminuten hatte Huszti von links optimal für Diouf aufgelegt, der etwas schneller als Keeper Gomes am Ball war. Die überwiegende Spielzeit aber bestimmten die abstiegsbedrohten Gäste die Partie, doch 96-Keeper Zieler und seine aufmerksamen Vorderleute waren an diesem Tag von den Kraichgauern nicht zu überwinden.

Den ersten Durchgang bei Borussia Mönchengladbach bestimmten eindeutig die Gäste von Bayer 04 Leverkusen, das einzige Tor vor der Pause schoss allerdings die Heimelf durch Stranzl (44.). Bayer ließ nicht locker, glich durch Sam aus (52.), blieb hinten aber anfällig, so dass de Jong den alten Abstand wieder herstellte (58.). Ein Doppelschlag durch Kießling (60.) und Schürrle (64.) brachte die Werkself jedoch verdient auf die Siegerstraße. Das 3:2 hatte indes nur bis zur 86. Minute Bestand, diesmal nutzte Herrmann die Chance und glich zum diesmal schmeichelhaften 3:3 für die Gladbacher aus.

Abwehrstark und mit gefährlichen Kontern stellte sich der 1. FC Nürnberg bei Eintracht Frankfurt vor. Die feldüberlegenen Hessen schlugen zwar einen Unmenge an Flanken in den Strafraum der Gäste, doch die starken Innenverteidiger Nilsson und Klose blieben Herren der Lage. Auf der Gegenseite hatte vor allem Pekart die Möglichkeiten, für eine Überraschung zu sorgen, doch ihm stand der erneut starke Eintracht-Torwart Trapp im Weg. So blieb es beim 0:0.



Bayern hat doch keine Stars mehr. Wenn die Bayern in Zivilkleidung über die Düsseldorfer Kö gehen, wird nur noch Klaus Augenthaler erkannt.

— Udo Lattek