Der 3:1-Erfolg über Polen machte Deutschland zum Tabellenführer. Nach einigen weniger überzeugenden Leistungen in vorigen Spielen zeigte sich Joachim Löws Team in diesem Knackspiel wieder von seiner besseren Seite.
Ein Treffer wie vom Reißbrett: Die deutsche Elf verlagerte das Spiel im Mittelfeld auf die linke Seite, wo Hector und Bellarabi die polnische Abwehr ausplatzierten. Der Kölner, steil in den Gästesechzehner durchgestartet, passte abschließend quer ins Zentrum, wo der mitgelaufene Müller aus wenigen Metern einschieben konnte (12.). Nicht allzulange musste das gut gestimmte Frankfurter Publikum, mit zahlreichen lautstarken polnischen Fans gespickt, auf den nächsten Torjubel warten. Über Schweinsteiger und Hector kam Götze halblinks an den Ball und setzte zu einem Sololauf an. Aus 15 Metern zog er dann frech aufs kurze Eck ab, tunnelte dabei Abwehrspieler Szukala und ließ Polens Keeper Fabianski schlecht aussehen, der den scharfen Schuss nicht mehr erreichte (19.). Eine verdiente Führung des Weltmeisters - aber Polen blieb gefährlich, wie der stark vorgetragen Gegenstoß aus der 36. Minute bewies. Grosickis feine Außenristflanke passte perfekt in den Lauf Lewandowskis, gegen dessen Flugkopball Neuer machtlos war. Kurz vor dem Seitenwechsel hatte Lewandowski zwei Mal den Ausgleich auf dem Schlappen bzw. Kopf, doch Neuer und Götze klärten in höchster Not.
Der für den angeschlagenen Bellarabi eingewechselte Gündogan brachte Schwung in die zweite Halbzeit und legte gut für Götze auf, der den Ball in der 57. Minute jedoch nur gegen den rechten Pfosten setzte; auch Polen prüfte duch Grosicki das Torgestänge. Einem weiteren Treffer näher kam jedoch die DFB-Elf und erzielte diesen schließlich auch: Müllers abgefälschten Schuss konnte Fabianski gerade noch per Fußabwehr parieren, der nachsetzende Götze schob den Abpraller jedoch unbedrängt zum 3:1-Endstand ein (82.). "Es ist positiv, dass wir viele Chancen herausgespielt haben, auf der anderen Seite hätten wir früher den Sack zumachen müssen", kritisierte Joachim Löw, der ansonsten sehr zufrieden war, den Spannungsabfall innerhalb der Mannschaft nach dem 2:0. "Es hätte 3:0 stehen können, aber plötzlich steht es 2:1."
Das ist wohl die neue Generation, jeder will einen größeren Schwanz haben als der Andere.
— Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky über Rudelbildung auf dem Spielfeld nach der Partie gegen die AS Monaco (2:3).