Die vier Play-off Hinspiele des Uefa-Bereichs verliefen nicht ohne Überraschung. Frankreichs WM-Teilnahme wurde zur Disposition gestellt. Klare Sache hingegen bei den beiden interkontinentalen Entscheidungen: Uruguay und Mexiko sollten den Job bereits erledigt haben.
Im vielfach in der öffentlichen Wahrnehmung auf die beiden Topstars Ronaldo und Ibrahimovic reduzierten Duell zwischen Portugal und Schweden kamen die Südeuropäer zu einem verdienten 1:0-Erfolg, weil sie in den zweiten 45 Minuten die Partie eindeutig im Griff hielten. Nach einer Flanke Velosos war es schließlich Ronaldo vorbehalten, per Kopf aus kurzer Distanz den Siegtreffer zu markieren (82.). Eine sichere Bank für das Rückspiel war der Erfolg jedoch nicht. Auch Kroatien, zunächst auswärts bei den Isländern vorstellig, durfte sich nach dem torlosen Hinspiel keineswegs auf seiner Favoritenstellung ausruhen. Das Team von Nico Kovac verpasste es, seine Überlegenheit mit einem beruhigenden Auswärtstreffer abzusichern. Griechenland hingegen holte vor eigenem Publikum durch einen 3:1-Erfolg über das lange auf Augenhöhe agierende Team Rumäniens das Maximum aus dem Hinspiel heraus. Gleichwohl bewahrte der durch Stancu erzielte, zwischenzeitliche 1:1-Ausgleichstreffer den Rumänen eine Restchance. Der für Olympiakos Piräus aktive Mitroglou avancierte durch seinen Doppelpack (14./66.) zum Matchwinner der Hellenen. Für den Knalleffekt der Hinspiele war die Ukraine zuständig, die in früheren Play-off-Entscheidungen für große Turniere regelmäßig gescheitert war. Zozulya (61.) und Yarmolenko (82.) schufen mit ihren Treffern zum 2:0-Sieg gegen die favorisierten Franzosen jedoch gute Voraussetzungen, diesmal das gute Ende für sich zu beanspruchen. Ein 2:0-Vorsprung wurde in WM-Play-offs bislang noch nie gekippt.
In den interkontinentalen Play-offs fielen die Vorentscheidungen bereits im Hinspiel. Uruguays (Südamerika) 5:0-Auswärtssieg in Jordanien (Asien) macht die zweite Partie nahezu überflüssig. Gleiches ist vom Duell Mexiko (Nord- und Mittelamerika) vs. Neuseeland (Ozeanien) zu behaupten. Dass James in der 85. Minute für die "All Whites" noch traf, dürfte als Randnotiz verblassen. Zuvor hatten die Mexikaner das Leder fünf Mal im Tor der Gäste untergebracht; Peralta zeichnete sich dabei als zweifacher Torschütze aus. Neuseelands Coch Ricky Herbert erklärte, die Taktik, "den Bus vorm eigenen Tor zu parken" sei richtig gewesen, aber die enttäuschend schlechte Abwehrarbeit hätte den Ausschlag gegeben.
Dieses Zugriffs-Blabla, das ist alles so ein neumodisches Fußballzeugs, das hängt mir wirklich zum Hals heraus.
— Alfred Tatar nach einem Wiener Derby FK Austria gegen Rapid.