Noch vor der offiziellen Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele am 27. Juli starten die Fußballer als erste teilnehmende Sportler ins Turnier. Derweil für die Männer (16 Teams in vier Vierergruppen) der erste Anpfiff am 26. Juli erfolgt, absolvierten die Frauen (12 Teams, drei Vierergruppen) bereits tags zuvor die ersten Begegnungen. Deutsche Mannschaften konnten sich nicht für die Teilnahme qualifizieren.
Seit 1996 ist Frauen-Fußball olympische Disziplin. Und seitdem auch die Domäne der US-Kickerinnen, die drei Mal mit Gold dekoriert wurden (1996/2004/2008) und eine Silbermedaille einheimsten (2000). Mit ihrem 4:2-Erfolg über das aufstrebende französische Team feierten die von Pia Sundhage trainierten US-Girls einen guten Einstand in den Wettbewerb. Einmal mehr unterstrichen sie den ihnen anhängigen Fighting Spirit, da sie nach einem frühen 0:2-Rückstand das Blatt noch wendeten. Im anderen Spiel der Gruppe G bezwang die Republik Korea (Nordkorea) Kolumbien mit 2:0. Diese Begegnung begann mit einer einstündigen Verspätung, da die Nordkoreanerinnen nur mit Mühe zum Antreten überredet werden konnten. Der Grund für ihren Unmut war ein Fauxpas des Veranstalters: Man hatte bei der Vorstellung der Mannschaft die Flagge Südkoreas gehisst, bzw. auf dem Display angezeigt.
Reibungsloser lief die Sache für Gastgeber England über die Bühne. Hope Powells Auwahl - identisch mit der Nationalmannschaft, da bei den Frauen nicht die für Männer angewandte Praxis greift (U 23-Spieler plus optional drei ältere Akteure) - gewann ihr Auftaktspiel mit 1:0 gegen Neuseeland. Defensivspielerin Stephanie Hougthon markierte den Siegtreffer. Im zweiten Spiel der Gruppe E bezwang Brasilien Kameruns Team deutlich mit 5:0. In Gruppe F setzten sich nach der ersten Runde Schwedens Frauen an die Tabellenspitze (4:1 gegen Südafrika). Mehr Mühe hatte Weltmeister Japan, sich gegen Kanada zu behaupten. Kawasumi und Miyama hatten die Asiatinnen zur Pause mit 2:0 in Vorlage gebracht; Tancredis Anschlusstreffer (55.) öffnete das Spiel wieder. Ein zweiter Treffer, um zumindest einen Punkt zu retten, gelang Kanada jedoch nicht.
Nach Abschluss der Gruppenspiele erreichen jeweils die beiden Erstenplatzierten das Viertelfinale, dazu kommen die beiden besten Gruppendritten.
Zur Schiedsrichterleistung will ich gar nichts sagen, aber das war eine Frechheit, was da gepfiffen wurde!
— Stefan Reuter