Gegen CR7, Klinsi und Kevin-Prince

von Günther Jakobsen21:31 Uhr | 06.12.2013

Das DFB-Team muss sich bei der Fußball-Weltmeisterschafts-Endrunde 2014 in der Gruppe G mit Portugal, Ghana und den USA messen. Eine mittelprächtige Gruppe, nicht zu unter- aber auch nicht zu überschätzen. Andere favorisierte Teams aus Europa haben es ebenfalls nicht wirklich leicht.

Mit Christiano Ronaldo alias CR7 trifft Deutschland auf den wohl aktuell besten Spieler der Welt, wie immer wieder gern behauptet wird. Schließlich hat der Real-Star Portugal in der Relegation gegen Schweden fast alleine nach Brasilien geschossen. Dennoch hat die Löw-Elf mit Portugal bestimmt nicht das aktuell stärkste Nationalteam Europas zugelost bekommen. Bis auf CR7 haben die Portugiesen keinen überdurchschnittlichen Akteur aufzuweisen, zeigten zudem in der gesamten WM-Quali wenig eindrucksvollen Fußball. WM-2010-Viertelfinalist Ghana schied damals nur unglücklich gegen Uruguay im Elfmeterschießen aus und konnte sich auch in der aktuellen Qualifikation erneut gut behaupten. Eine erfahrene, technisch und kämpferisch ausgefuchste Truppe aus Afrika, die schwer zu spielen ist und mit Kevin-Prince Boateng zudem einen der auffälligsten Bundesligakicker aufbieten kann. Auch die dritte zugeloste Nation, die USA, ist längst zu einer internationalen Fußballgröße gereift. Dazu hat auch der ehemalige, oft unterschätzte DFB-Trainer Jürgen Klinsmann beigetragen, der das Team stabilisierte, ihr aber auch Euphorie einhauchte. Dennoch sind die Deutschen klarer Favorit, fast auf allen Positionen besser besetzt als ihre drei Gegner (Ausnahme: CR7), und dürften sich in Normalform durchsetzen können. Ein Handicap für alle Mannschaften der Gruppe G sind die Spielstätten, die eine hohe Luftfeuchtigkeit und eher 1:0-Ergebnisse versprechen.

Als Achtelfinalgegner würden dann die besten Kandidaten der Gruppe H infrage kommen. Hier kämpfen die zuletzt so großartigen Belgier, die defensivstarken Algerier, die unberechenbaren Russen sowie mit Südkorea das neben Japan stärkste Team aus dem Osten miteinander um das Weiterkommen. Eine sehr interessante Gruppe, aber alles - aus DFB-Achtelfinal-Sicht - machbare Gegner.

Brasilien eröffnet in Sao Paulo am 12. Juni um 22 Uhr MEZ als Veranstalter gegen Kroatien das Turnier. Auch die anderen Gegner in Gruppe A, Mexiko und Kamerun, dürften den Titelfavoriten, schaut man sich deren Formkurven an, nicht gefährden. Dagegen treffen mit Weltmeister Spanien und den Niederlanden in Gruppe B sofort zwei weitere Titelaspiranten bereits in der Vorrunde aufeinander. Ein besonders frühes Turnier-Highlight. Chile und Australien dürften es in dieser Gruppe besonders schwer haben. Eher ein Außenseiter wird sich wohl in der Gruppe C fürs Achtelfinale qualifizieren. Kolumbien als Überraschungsteam der Südamerika-Quali trifft hier zuerst auf die Defensivkünstler aus Griechenland, zudem prallen mit der Elfenbeinküste und Japan zwei weitere Protagonisten aus der 2. bis 3. Reihe der WM-Favoriten aufeinander. Alle Nationen in dieser Gruppe sind für eine Überraschung gut. England und Italien sind in Gruppe D ja schon nicht von Pappe, dazu kommt allerdings auch noch mit Uruguay immerhin der letzte WM-Vierte, während Costa Rica auf dem Papier nur eine Außenseiterrolle zukommen sollte.

Mit der Schweiz und Frankreich treffen in Gruppe E die derzeit nicht gerade stärksten europäischen Mannschaften aufeinander. Honduras dürfte dennoch nicht die größte Hürde darstellen, mit Ecuador könnte es schon schwieriger werden. Die Südamerikaner spielen mindestens auf Augenhöhe mit den Europäern. In der Gruppe F ist Argentinien klarer Favorit gegen Bosnien-Herzegowina, dem Iran und Nigeria. Bosnien darf nie unterschätzt werden, die Perser sind ein noch völlig unbeschriebenes Blatt, aber auch krasser Außenseiter, wogegen Nigeria nahezu jeden schlagen, aber auch alle enttäuschen kann. Alles andere als ein Weiterkommen der "Gauchos" wäre allerdings fast schon eine Sensation.



Die Tore sind geschossen.

— Fritz Walter auf die Frage, warum er so selten in das nach ihm benannte Stadion in Kaiserslautern geht.