DFB-Team

Gelungener Abschluss

von Günther Jakobsen13:11 Uhr | 11.07.2011

Der Ouvertüre für das zwischen Mexiko und Uruguay im Aztekenstadion ausgetragene Finale wohnten bereits rund 30.000 Zuschauer bei. Und die sahen einen torreichen Schlagabtausch zwischen Deutschlands und Brasiliens Junioren, den das DFB-Team mit 4:3 für sich entschied.

Lebhafter und dramatischer hätte ein Spiel um den dritten Platz wohl kaum ausfallen können. Exzellent durch Yesil vorbereitet traf Okan Aydin in der 20. Minute zum 1:0, aber Brasiliens Auswahl brauchte nicht lange, um den Spieß komplett umzudrehen. Mit einem fast identisch heraus gespielten Treffer glich man nur zwei Minuten später auf der Gegenseite durch Wellington aus und nach einem Foul von Robin Yalcin an Adryan nutzte der Gefoulte die Elfmeterchance zur brasilianischen Führung (29.). Richtig unangenehm schien es zu werden, nachdem Adryan sogar auf 3:1 erhöhen konnte (33.). Es sprach für Steffen Freunds Team, dass man sich umgehend um eine Ergebniskorrektur bemühte. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff zahlte sich das Engagement mit Korey Günters Kopfballtor zum 2:3-Anschluss aus.

Der fein heraus gespielte 3:3-Ausgleich - Samed Yesils Hackenvorlage öffnete Levent Aycicek den Weg (55.) - fand den ausgeprägten Beifall des Publikums. Noch lauter wurde es im weiten Rund, als das Spiel zum zweiten Mal kippte: Aydin wahrte bei einem Konter die Übersicht und Konzentration, das Leder zum 4:3 ins lange Eck zu setzen (63.) - die Entscheidung, da trotz nachfolgender Möglichkeiten kein Team mehr ins Schwarze traf. Der dritte Platz war geschafft, und Deutschland hatte mit 24 Treffern die torgefährlichste Mannschaft dieses Turniers gestellt. Da fiel es Steffen Freund leicht, sich bei allem Ärger über die verpasste Endspielchance auf der abschließenden Pressekonferenz mit einem „Muchas gracias“ von den mexikanischen Gastgebern zu verabschieden, die mit dem WM-Verlauf noch zufriedener sein durften.

Mexikos U 17-Auswahl stellte in der 31. Minute die 1:0-Führung her. Ein hoher Flankenball aus dem rechten Halbfeld segelte an den langen Pfosten, wo Fierro eine Kopfballablage zu Antonio Briseno ansetzte. Mexikos Kapitän drückte den Ball volley ins Tor und entfachte damit einen Riesenjubel in der mittlerweile mit fast 100.000 Besuchern gefüllten Arena. Der seit seinem Doppelpack gegen Deutschland als Volksheld verehrte Julio Gomez wurde in der 63. Minute eingewechselt und trug immer noch einen Kopfverband, aufgrund der im Spiel gegen die DFB-Elf eingefangenen Verletzung. Ein Treffer gelang ihm diesmal zwar nicht, aber der Solidarität einiger Fans, die sich mit „Turban“ präsentierten, durfte er sich trotzdem sicher sein. Der Erfolg der „El Tri“ ging in Ordnung, auch wenn Uruguay bis zum Schluss ein unbequemer Gegner war. In der Nachspielzeit vollstreckte Giovani Casillas nach einem Konter zum 2:0-Endstand. Gegen die aufgerückten Uruguayer hatte Arturo González den Ball über das Feld getrieben und dann rechtzeitig seinen Mitspieler bedient.

André Schulin



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