Genügend Luft für die Hertha

von Günther Jakobsen13:59 Uhr | 06.04.2015

Zu den Gewinnern des 27. Spieltags zählte auf jeden Fall die Berliner Hertha, die ein tragfähiges Polster zwischen sich und die Abstiegsränge brachte. Schalke verlor das Ziel ´Champions League´ noch weiter aus den Augen, Bayern kam der vorzeitigen Meisterschaft noch näher.

Der FC Bayern gewann das Topspiel beim BVB, weil Ex-Borusse Lewandowski zur richtigen Zeit den richtigen Laufweg wählte. Den Angriff der Münchner hatte der Pole mit seinem Pass auf Müller selbst eingeleitet. Müller scheiterte mit seinem Abschluss am stark reagierenden Weidenfeller, der Abpraller jedoch segelte in den Aktionsradius Lewandowskis, der per Kopf den 1:0-Siegtreffer einnickte (36.). Dortmund fand in der mit aussichtsreichen Torszenen geizenden Partie den Weg vor den gegnerischen Kasten zunächst überhaupt nicht, weil die Gäste im Vorwärtsdrang für ihre Verhältnisse äußerst dezent agierten und auf defensive Sicherung setzten. In der zweiten Hälfte lag ein schwarzgelber Treffer dann durchaus in der Luft - doch Neuer war in den kritischen Situationen zur Stelle. Dortmunds beste Chance verpuffte nach einer Stunde Spielzeit, als Reus, halbrechts, den Ball aufs kurze Eck jagte, aber nur ins Außennetz traf. "Ich möchte diesen Sieg Dante widmen, ich hätte gerne 1000 Dantes im Team", nahm Pep Guardiola den Erfolg zum Anlass, den in den letzten Wochen mit Gerüchten eines bevorstehenden Abschiedes konfrontierten Brasilianer zu loben.

Das 0:0-Unentschieden zwischen den EL-Aspiranten Schalke und Augsburg war wohl dem Spielverlauf halbwegs gerecht werdend, befriedigte aber die Übungsleiter beider Teams keineswegs. "Ich glaube, dass wir heute mehr verdient gehabt hätten", sagte Markus Weinzierl, während Roberto Di Matteo hauptsächlich mit der Abschlussschwäche der "Knappen" haderte: "Wir sind enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben." Da die direkten Konkurrenten um die EL-Plätze keinen Boden gut machten, wirkte sich die Punkteteilung gegenüber den Verfolgern nicht negativ aus. Umso ernüchternder fiel der Blick nach oben aus, speziell für die Schalker, die noch auf das Erreichen der Champions League spekulieren: Der Rückstand auf die vorderen Vier vergrößerte sich um jeweils zwei Zähler.
Vollauf zufrieden mit dem Spieltag waren hingegen die Berliner. Im zähflüssig daher kommenden Spiel gegen den SC Paderborn leitete ein Standard die Entscheidung zugunsten der Gastgeber ein: Plattenhardts gegen den Querbalken gejagter Freistoß - Gästekeeper Kruse war noch mit den Fingern dran - prallte zurück in den Sechzehner. Stocker rauschte heran und drosch das Leder schließlich in die Maschen (68.). Fast im Gegenzug verpasste Vrancic den Ausgleich, als er den Ball aus kurzer Distanz Hertha-Schlussmann Kraft an den Kopf spitzelte. Für die Entscheidung und den 2:0-Endstand sorgte Schulz´-Direktabnahme aus der 88. Minute. "Glückwunsch an die Hertha. Mit dem Abstieg haben sie nichts mehr zu tun", lehnte sich SCP-Trainer André Breitenreiter aus dem Fenster.



Kaiserslautern hat halt Tore geschossen und wir nicht.

— Jens Lehmann, Schalke 04, begründet ein 0:3 beim 1. FC Kaiserslautern