Frauen-EM - News

Gesteigert, gewonnen - Endspiel erreicht

von Günther Jakobsen12:24 Uhr | 25.07.2013

Schweden zum Favoriten zu erklären, war angesichts der zuvor absolvierten Partien der Deutschen kein Understatement. Im Halbfinale gegen den EM-Gastgeber gelang es Silvia Neids Auswahl jedoch, ihr Potenzial besser als zuvor auf den Rasen zu bringen - und zum sechsten Mal in Folge das EM-Finale zu erreichen.

Eine Leistungssteigerung war vonnöten - und die deutsche Elf lieferte. „Es war heute spielerisch sehr viel besser als in den letzten Spielen“, freute sich Silvia Neid, dass neben dem Erfolg auch die Art und Weise stimmte, mit der ihre Schützlinge auftraten. Im mit 16.600 Besuchern ausverkauften Gamla Ullevi-Stadion entwickelte sich von Beginn ein packender Schlagabtausch um den Finaleinzug. Dzsenifer Marozsan (10., Kopfball vorbei), Anja Mittag (16., Hammarström parierte) und Simone Laudehr (32., links vorbei) verpassten noch die besten Möglichkeiten einer erfrischend zielstrebigen DFB-Auswahl, bevor Marozsan den entscheidenden Treffer setzte. Die Spielgestalterin drang nach einem Pass Mittags in den schwedischen Sechzehner ein und spitzelte das Leder an der herausstürzenden Kristin Hammarström vorbei ins lange Eck (33.). Mittag mit einem Distanzschuss (36., vorbei) und Laudehr (41., Hammarström rettete) hätten den Vorsprung ausbauen können, andererseits erspielte sich auch Schweden im Verlauf der ersten 45 Minuten einige aussichtsreiche Möglichkeiten, so dass die Anspannung ständig hoch gehalten wurde.

Auch gegen die nach dem Seitenwechsel noch offensiver agierenden Schwedinnen konnte die DFB-Auswahl mit guten Kontern dagegenhalten. Herausragend die Chance von Mittag, die aus elf Metern jedoch an Hammarström scheiterte (60.). Nun waren allerdings auch Nadine Angerers Qualitäten häufiger gefordert; in der 83. Minute spielte die Keeperin u.a. aufmerksam mit, um rechtzeitig vor Lotta Schelin zu klären. Im Glück waren die Deutschen mehrmals, speziell aber in der 69. Minute, als Josefine Öqvist nur den Pfosten traf und kurz zuvor, als Schelins Treffer (Foulspiel und abseits) nicht anerkannt wurde. Schwedens Trainerin Pia Sundhage beklagte das Pech in der zweiten Hälfte, kritisierte aber auch ihr Team, dem zum Spielausgang die Durchschlagskraft etwas fehlen würde. Lobende Worte für den Gegner fand sie aber auch: „Die deutsche Mannschaft besitzt einfach eine ausgezeichnete Qualität. In der Offensive ist sie Weltklasse. Es hat nur etwas gedauert, bis sie mit einigen neuen Spielerinnen in das Turnier hineingefunden hat“.



Es kommt wieder der Tag, an dem wir gewinnen. Glaubt mir.

— Huub Stevens, Interimstrainer des FC Schalke 04, nach einem 0:1 gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld, dem 29. Spiel für Schalke in Folge ohne Sieg...