Gipfeltreffen in München

von Günther Jakobsen13:50 Uhr | 02.10.2015

Der Kracher des 8. Spieltags ist Dortmunds Gastspiel in München. Als wegweisendes Knackspiel könnte sich das Duell Gladbach vs. Wolfsburg erweisen. Die Regionalduelle im Norden (Hannover gegen Bremen) und Süden (Hoffenheim gegen Stuttgart) stehen im Zeichen akuter Punkteknappheit.

Martin Schmidt, Coach des FSV Mainz, rechnet im Gastspiel Am Böllenfalltor mit einem intensiven Fußballerlebnis: „Die Voraussetzungen für ein kerniges Kampfspiel sind gegeben.“ Der Schweizer sieht den Aufsteiger SV Darmstadt 98, den er persönlich bereits bei zwei Ligaspielen vor Ort begutachtete, als ernsten Widersacher. Lilien-Trainer Dirk Schuster vergleicht den Werdegang beider Kontrahenten und findet: „Mainz ist sicherlich in gewisser Weise ein Vorbild für uns.“ Ein Erfolg in diesem Freitagsspiel würde sowohl den Lilien als auch den 05ern eine komfortable Mittelfeldposition sichern.

Zwei Samstagsspiele müssen unter dem Motto „Mit dem Rücken zur Wand“ betrachtet werden: Bremens Gastspiel in Hannover und 1899 Hoffenheim vs. VfB Stuttgart. Werders guter Saisoneinstieg kippte durch die drei zuletzt eingefangenen Niederlagen, bei denen die Grünweißen vieles schuldig blieben. „Wir haben in den letzten Spielen unsere Leichtigkeit vom Saisonbeginn verloren“, meint Viktor Skripnik. Für die 96er, dem einzigen noch sieglosen Team, ist die Luft noch dünner. Der 1:1-Punktgewinn vom letzten Wochenende in Wolfsburg ist ein leichter Hoffnungsschimmer beim Tabellenletzten, der am Donnerstag seinen neuen Sportdirektor Martin Bader präsentierte.
Erfolgsdruck lastet auch auf den Mannschaften des in Sinsheim auszutragenden Südduells. „Man kann das wohl so zusammenfassen: offensiv sehr gut, defensiv sehr anfällig“, charakterisiert 1899-Coach Markus Gisdol das Abschneiden der Stuttgarter in ihren bisherigen Spielen. Die Einsatzmöglichkeit von VfB-Kapitän Gentner und Baumgartl ist noch nicht gesichert.
In den drei anderen Partien vom Sonnabend geht es vornehmlich darum, sich im Mittelfeld zu stabilisieren und optional die EL-Plätze im Visier zu halten. Das gilt für das Match Hertha BSC vs. Hamburger SV ebenso wie für das Spiel der stark gestarteten Ingolstädter gegen Eintracht Frankfurt. Etwas anders liegt der Fall in der Begegnung Borussia Mönchengladbach gegen den VfL Wolfsburg. Die Fohlen sind nach dem katastrophalen Saisonstart trotz ihrer letzten beiden Siege noch nicht in einem beruhigenden Tabellenumfeld angelangt - während die jüngsten Ergebnis-Tiefs die Gäste aus Wolfsburg in ihrem Sturmlauf auf die obersten Ränge stoppten. „Im Laufe einer Saison wird es immer Phasen geben, in denen du mal mehr, mal weniger Punkte holst“, kommentierte Dieter Hecking diesen Durchhänger, den er gleichwohl abstellen möchte.

Am Sonntag treten dann die drei Bundesliga-Erstplatzierten an, unter ihnen die drei Europa League-Starter. Schalke hatte keine Probleme, sich am Donnerstag mit einem 4:0-Sieg (3 Di Santo-Treffer) gegen Asteras Tripolis in der Gruppe K die Tabellenführung zu sichern und damit auch Rückenwind für das Spiel gegen den 1. FC Köln zu sammeln. Augsburg (Gruppe L) scheiterte 1:3 an Partizan Belgrad und hat den schweren Gang zu den immer besser in Schwung kommenden Kickern Bayer Leverkusens vor der Brust. Borussia Dortmund (Gruppe C, 1:1 bei PAOK Saloniki) schonte im EL-Match hinsichtlich des anstehenden Topspiels beim FC Bayern Teile der Stammelf und begann auf acht Positionen verändert. Die Münchner hatten angesichts ihres guten Laufs ausreichend Muße, das Oktoberfest zu genießen. Es ist nicht auszuschließen, dass aus dem Kreis der Verletzten zumindest Robben wieder eine Alternative für das Dortmund-Spiel sein wird.



Wenn Thom antritt, bekommt Thon Schwierigkeiten.

— Thomas Klementz, SAT 1, zum Spiel Bayern München - Bayer Leverkusen (1:1).