"Bei Ballbesitz müssen wir mutig im Spielaufbau agieren und Druck erzeugen, um zu Torchancen zu kommen", gibt Braunschweigs Coach Torsten Lieberknecht seinen "Löwen" mit auf den Weg, um den Gästen aus Dortmund die Stirn zu bieten. Der BVB seinerseits kann sich im Freitagsspiel keinen Ausrutscher leisten. "Gegenpressing ist einer der Schlüssel zum Erfolg", setzt Jürgen Klopp erwartungsgemäß darauf, dass die "Schwarzgelben" Dominanz ausüben, um zu den Punkten zu kommen.
Nicht nur, weil die Schalker eine deftige 0:4-Hinserienpleite wettzumachen haben, ist das Spiel der "Knappen" gegen die "Wölfe" eine der vielversprechendsten Begegnungen des 19. Spieltags: Beide Mannschaften ringen fast auf Augenhöhe um einen Platz im internationalen Geschäft. "Wir können am Samstag etwas gutmachen", geht Jens Keller, dem nach wie vor Draxler nicht zur Verfügung steht, auf das verlorene Spiel im Frühjahr ein. Wolfsburgs Übungsleiter Dieter Hecking scheint jedoch gar nicht so unzufrieden mit der Ansetzung: "Schalke formuliert zu recht hohe Ansprüche nach ganz oben und kommt uns im Moment vielleicht gelegener als ein möglicher Abstiegskandidat." Das Thema ´Abstiegskampf´ steht auf der Agenda, wenn der Hamburger SV in Sinsheim gastiert. 1899-Coach Markus Gisdol hat seine Elf deshalb auf Ergebnis-Fußball eingeschworen: "Wir brauchen auf dem Feld nichts Besonderes, wir brauchen keinen Zauberfußball. Wir brauchen Basics. Das heißt, gutes Zweikampfverhalten und schnelles Umschalten." Bayer Leverkusens Neuzugang Andres Guardado wird laut Sami Hyypiä gegen Stuttgart noch nicht dabei sein, dafür können jedoch Sam, Wollscheid und Spahic wieder mitmischen. In den weiteren Partien des Samstags misst sich der FSV Mainz mit dem SC Freiburg, der FC Augsburg mit Werder Bremen und Hannover 96 mit Borussia Mönchengladbach. Die 96er müssen auf die noch nicht spielbereiten Stürmer Ya Konan und Sobiech verzichten, der Einsatz des neuverpflichteten Abwehrspielers Frantisek Rajtoral ist, wie Sportdirektor Dirk Duffner ankündigte, durchaus möglich: "Meiner Meinung nach braucht er keine lange Eingewöhnungszeit."
Im Training der Hertha tauchte Alexander Baumjohann bereits wieder auf, für das Spiel am Sonntag gegen Nürnberg ist der Offensivmann allerdings nach seinem Kreuzbandriss längst noch keine Option. Die Franken kommen nach ihrem ersten Saisondreier vom vorigen Wochenende beflügelt in die Hauptstadt. "Wir haben eine Chance, wenn wir den nötigen Raum bekommen", hat Gertjan Verbeek, im Trainerduell mit seinem niederländischen Landsmann Jos Luhukay, den nächsten Coup im Auge. Dass beide Klubs noch in allen drei Wettbewerben vertreten sind, haben der FC Bayern und Eintracht Frankfurt gemeinsam. Ansonsten wird die Kluft zwischen den Kontrahenten des zweiten Sonntagsspiel sehr anschaulich durch das Punktekonto verdeutlicht: Der Münchner Tabellenführer hat 32 Zähler mehr angesammelt und konzentriert sich mehr oder minder auf das Erreichen immer neuer Bestmarken, während die Hessen nicht weit davon entfernt sind, einen Abstiegsplatz einzunehmen. Dies zu verhindern soll u.a. der neueste Frankfurter Zugang mithelfen: Tobias Weis, von 1899 Hoffenheim. Für Srdjan Lakic endete derweil das Eintracht-Kapitel. Der Kroate wechselte zum 1. FC Kaiserslautern, wo er seine erfolgsreichste Zeit bestritt.
Wenn ich als Katholik mal beichte, dann nur mir selbst.
— Rolf-Jürgen Otto, Präsident und Mäzen von Dynamo Dresden.