Das Topspiel gegen Leverkusen konnte der FC Bayern für sich entscheiden, die Tabellenspitze behauptete jedoch Borussia Dortmund. Werders 2:1-Erfolg über Gladbach half den Bremern aus dem Keller heraus, bescherte den Gästen aber einen kapitalen Fehlstart.
Eine Stunde lang verkaufte sich Bayer Leverkusen nicht schlecht - nach dem 0:2-Rückstand (60., Foulelfmeter von Müller) war jedoch nicht mehr an einen Erfolg in München zu denken. Die Bayern offenbarten schon zuvor ihre Vorteile im individuellen Bereich; neben der sicher stehenden Defensive setzten Robben und Costa ihre Schnelligkeit immer wieder produktiv auf den Flügeln ein. Der durchsetzungsstarke Brasilianer lieferte über links die Vorarbeit für Müllers 1:0-Treffer (26.) und hätte nach Robbens Flanke das 2:0 nachlegen können, bugsierte das Spielgerät am langen Pfosten jedoch gegen den Querbalken (30.). Ein schöner Freistoß Calhanoglus knallte ein paar Minuten später gegen Bayerns Gestänge (37.) - auch die Doppelchance von Kießling aus der 50. Minute (Neuer und Alaba retteten) zeugte davon, dass die Gäste mit etwas mehr Glück zumindest eine Punkteteilung hätten anstreben können. Das war allerdings nach dem zweiten Gegentreffer passè. Die Hausherren hatten nun alles im Griff, erhöhten durch Robben, der einen vom Unglücksraben Hilbert verursachten Handelfmeter sicher verwandelte, auf 3:0 (71.) und hätten auch noch höher gewinnen können.
Die Tordifferenz gab am Ende den Ausschlag zugunsten Borussia Dortmunds in der Tabelle: Punktgleich mit den Bayern behaupteten die Schwarzgelben, die sich gegen Hertha BSC mit 3:1 durchsetzten, die Führung. "Dass wir Tabellenführer sind, gefällt uns", nahm Thomas Tuchel den Zwischenstand gerne mit. Hummels´ Kopfballtreffer nach Kagawas Flanke hatte den BVB, der sich mit Herthas gut organisierter Defensive ziemlich schwer tat, die 1:0-Halbzeitführung eingebracht. Nach Aubameyangs 2:0-Treffer (51.) öffneten die Berliner zwangsläufig und konnten sogar auf 1:2 herankommen (78., Kalou). Dortmunds schlechte Chancenverwertung hielt die Gäste lange im Spiel, erst Ramos´ 3:1-Treffer in der Nachspielzeit sicherte den Dreier ab.
Relativ offen ging es im Weserstadion zwischen Werder und Borussia Mönchengladbach zu. Bremen verzeichnete in den ersten 45 Minuten leichte Vorteile, führte nicht unverdient durch Johannssons verwandelten Foulelfmeter mit 1:0 (39.), musste jedoch direkt vor dem Pausenpfiff den durch Stindl markierten Ausgleich schlucken. Vestergaards Kopfballstärke verschaffte Werder - nach einem Eckstoß von Junuzovic - erneut die Führung (53.). Die Partie wogte hin und her, zunächst verpassten die Gastgeber einen Ausbau der Führung, dann konnte Gladbach eine dominante Phase mit zwei guten Chancen nicht zum Ausgleich nutzen. Gegen Ende waren es dann wieder die Bremer, die in Person der eingewechselten Bartels (84., scheiterte an Sommer) und Kroos (88., Elfer neben den linken Pfosten) nicht trafen, nach dem Schlusspfiff jedoch den ersten Saisonsieg feiern konnten.
Ich kann nicht mehr als schießen. Außerdem standen da 40 Leute auf der Linie.
— Toni Polster über eine vergebene Torchance