Vor einigen Wochen noch war Borussia Mönchengladbach nach dem ersten Gegentreffer immer eingebrochen. Doch schon in Hannover (3:2) und in Marseille (2:2) zeigten sich die Borussen von Rückschlägen unbeeindruckt. Und beim Aufsteiger Greuther Fürth mussten sie gleich zweimal einen Rückstand egalisieren, bevor sie am Ende mit 4:2 gewannen.
Dabei erwischten die Fürther den besseren Start in die Partie. Schon nach acht Minuten tanzte Asamoah, dessen Einsatz bis zuletzt fraglich war, auf dem rechten Flügel Wendt aus und wurde vom Gladbacher Linksverteidiger dann kurz hinter der Strafraumgrenze zu Fall gebracht. Mit dem fälligen Elfmeter brachte Nehrig den Aufsteiger in Führung (10.). Die Hoffnungen der Kleeblätter auf den ersten Heimsieg in der ersten Liga erhielten allerdings nur zwei Minuten später wieder einen Dämpfer. Hanke leitete den Ball mit nur einem Kontakt zu Herrmann weiter. Der Wirbelwind lief aufs Fürther Tor zu und wurde kurz vor der Strafraumgrenze vom ehemaligen Gladbacher Kleine zu Boden gerissen. Dem Fürther Verteidiger eine Rote Karte wegen einer vermeintlichen Notbremse zu geben, war eine harte Entscheidung des Schiedsrichters. Denn mit Nehrig war ein weiterer Greuther-Abwehrspieler mitgelaufen. Den anschließenden, von Arango getretenen Freistoß lenkte Fürths Keeper Grün zumindest ins Toraus ab (15.). In Überzahl bekamen die Borussen das Spiel erst einmal in den Griff. Die Franken wurden weit in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Herrmann, der immer besser mit der Rolle des Reus-Nachfolgers zurecht kam, war auch am Ausgleichstreffer entscheidend beteiligt. Nach Hankes Pass startete Gladbachs hängende Spitze genau im richtigen Moment durch, und nach seiner Flanke brauchte Wendt nur noch zum Ausgleich einzunicken (22.). Die Gladbacher rückten weit auf. Auch die beiden Außenverteidiger schalteten sich mit ins Offensivspiel ein. Damit war die Elf vom Niederrhein allerdings zugleich anfällig für gegnerische Konter. Kurz vor dem Pausenpfiff gelang es dem Aufsteiger mal, einen schnellen Gegenangriff zu fahren. Nachdem Arango am Fürther Strafraum den Ball verloren hatte, kam über Sararer Asamoah an die Kugel. Zwei Fürther waren bei vier Gladbachern in der Spielfeldhälfte der Borussen eigentlich abgemeldet. Doch dann sah Asamoah, dass der dritte Fürther (Prib) dem fünften Gladbacher (Jantschke) im Laufduell davongesprintet war. Der ehemalige Nationalspieler flankte den Ball auf links zu Prib, und das Fürther Urgestein sorgte mit einem Schuss ins lange Eck für die erneute Führung seiner Mannschaft (43.).
Kurz nach dem Seitenwechsel aber kippte die Partie. Erst musste Asamoah, der an beiden Treffern der Fürther entscheidend beteiligt war, seinem leichten Muskelfaserriss Tribut zollen und wurde ausgewechselt (49.). Zwei Minuten später fiel der Ausgleichstreffer. Nach einer Ecke und der Kopfballverlängerung von Hanke drückte Stranzl die Kugel mit seinem Kopf in die Maschen. Nach einer knappen Stunde gingen die Gladbacher sogar in Führung. Im Anschluss an eine feine Kombination flankte Rupp die Kugel auf Herrmann, und Gladbachs hängende Spitze sorgte mit einem Kopfball für die erstmalige Führung (57.). Die Franken versuchten zwar danach spielerisch zum Ausgleich zu kommen, aber gefährlich wurde es nur, wenn der Aufsteiger die Brechstange herausholte. Gladbach-Keeper ter Stegen musste eine verunglückte Flanke von Fürstner über die Latte lenken (62.). Nach einem Freistoß strich Mikkelsens Schuss am linken Pfosten vorbei (89.). Gleichzeitig durften die Borussen kontern. Ein schneller Gegenangriff führte in der Nachspielzeit zu einem Strafstoß, nachdem Pekovic eine Mlapa-Hereingabe mit dem Arm abgewehrt hatte. Zudem flog Fürths defensiver Mittelfeldspieler mit der Ampelkarte vom Platz. Weil der etatmäßige Elfmeterschütze Daems erneut verletzt fehlte, trat diesmal Marx vom Punkt an und schickte Grün in die falsche Ecke. Mit dem 4:2-Treffer war das Spiel endgültig entschieden.
Senthuran Sivananda
Mich kennt keiner wirklich. Selbst meine Frau fragt mich manchmal: Bist du wirklich so?
— Klaus Augenthaler