Bereits bis zur Pause hatte das Team der deutschen Nationalmannschaft einen bemerkenswerten Auftakt hingelegt und einen 3:0-Vorsprung erzwungen. Gegen ab der 37. Minute sowieso nur noch zehn Portugiesen brannte im zweiten Durchgang natürlich somit nichts mehr an, wobei Müller noch seinen dritten Treffer beisteuerte. Der andere Torschütze, Mats Hummels, musste zwar verletzt frühzeitig runter, doch am Ende stand ein erstaunliches 4:0 für die Löw-Elf.
Kleinere Möglichkeiten gab es bereits in den ersten Minuten für Götze (2.), Hugo Almeida (5.) und Khedira (8.) in einem temporeichen Start trotz großer Hitze. Als allerdings Joao Pereira Götze zu Boden gezogen hatte, durfte die konzentriert startende Löw-Truppe durch Thomas Müller zum Elfmeter antreten, den der FCB-Angreifer mit einem trockenen Schuss ins linke Toreck zur Führung nutzte (12.). Danach zogen Lahm & Co. das Tempo aus der Partie und ließ den Ball oft länger intern kreisen. Einschnitte gab es dann bei der Selecao. Zuerst musste Hugo Almeida verletzt ausgetauscht werden (28.), dann fiel auch noch nach einer Kroos-Ecke durch den satten Kopfball von Hummels das 2:0 für den Gegner (32.), ehe sich Pepe nach einer Tätlichkeit gegen Müller auch noch mit der Roten Karte verabschieden musste (37.). Mit dem 3:0, erneut durch Müller, der sich nach einer weiteren guten Kroos-Flanke zentral durchsetzte und mit links Keeper Rui Patricio überraschte, war das Spiel fast schon entschieden. Der dritte Treffer des Weltklassestürmers vollendete in der Nachspielzeit eine ausnehmend starke erste Hälfte der Deutschen.
Dass das DFB-Team mit diesem Vorsprung in Überzahl nicht mehr groß auf Geschwindigkeit aus war, zeigte der zweite Durchgang deutlich. Der Favorit ließ das Leder laufen, Portugal war naturgemäß auch nicht mehr von großer Hoffnung beseelt, so dass das 4:0 durch Thomas Müller (78.) die einzige Ausbeute nach der Pause blieb. Es gab zwar insgesamt noch einige weitere, teils richtig gute Möglichkeiten für Özil und Müller (51.) sowie Götze (69.), doch es fehlte hierbei am konzentrierten Abschluss. Der enttäuschende Cristiano Ronaldo prüfte Torwart Neuer einzig mit einem Freistoß gegen Ende des Spiels, mehr war vom Weltfußballer nicht zu sehen. Leider verletzten sich in der zweiten Halbzeit zudem noch Hummels und Coentrao, die es beide am Oberschenkel erwischte. Am völlig verdienten Sieg der deutschen Mannschaft aber gab es längst nichts mehr zu zerren.
Ulrich Merk
Während der Woche hatte jeder von uns mindestens zwei Promille.
— FCK-Zaubermaus Ratinho bei SPORT1 in einer Doku zur Deutschen Meisterschaft 1998.