DFB-Team

Gute Halbzeit, schlechte Halbzeit

von Günther Jakobsen13:16 Uhr | 11.06.2015

Gesprungen als Tiger, gelandet als Bettvorleger: Im Testspiel gegen die USA begann die DFB-Elf stark, das 1:1 zur Pause war schmeichelhaft für die Gäste. Nach der Pause ging der Rhythmus jedoch verloren - schließlich auch das Spiel.

Patrick Herrmann feierte ein gelungenes Debüt in der Nationalmannschaft. Seinem vorbereitenden Sololauf über rechts aus der 12. Minute war in hohem Maße die 1:0-Führung der Deutschen anzurechnen, die Götze mit einem platziert gesetzten Schuss ins rechte Eck perfekt machte. Beide Teams traten aus unterschiedlichen Gründen nicht in nominell stärkster Besetzung an, bei den Deutschen war vor allem die Defensive ein uneingespieltes Gebilde. Das wirkte sich allerdings zunächst nicht aus, da Joachim Löws Mannschaft kontrolliert zur Sache ging und den Vorsprung durch Götze (31.) und Schürrle (33.) hätte ausbauen können, die den Ball in guter Position jedoch nicht an US-Keeper Guzan vorbei brachten. Ziemlich überraschend musste man dann den Ausgleich hinnehmen. Diskerud, der in der Anfangsphase die bis dahin einzige Chance der Amerikaner vergeben hatte, nahm im Laufen einen weiten Pass Bradleys mit der Brust an und netzte am chancenlosen Zieler vorbei ein (41.).

Zur zweiten Halbzeit wurde kräftig durchgewechselt, mit Auswirkungen für den Spielverlauf. Die zuvor zurückhaltenden US-Amerikaner schnappten sich sukzessive die Feldvorteile, holten gute Torchancen heraus, blieben jedoch vorerst - analog zu den Deutschen in den ersten 45 Minuten - im Abschluss erfolglos. Die DFB-Elf kam kaum noch zu nennenswerten Aktionen vor dem Gästetor und brauchte Glück, und den gut reagierenden Zieler (83., gegen Bradley), um nicht in Rückstand zu geraten. Die Abwehrlücke in der 87. Minute war jedoch zu groß, um gestopft zu werden: Der eingewechselte Wood verschaffte sich nach einem Zuspiel in zentraler Position mit einer einfachen Körperdrehung Freiraum gegen Mustafi und überwand Zieler mit einem scharfen Flachschuss aus etwa 20 Metern. Pech für Deutschland, dass in der Nachspielzeit Khediras Kopfball nur gegen den Querbalken prallte. "Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr, sehr zufrieden, in der zweiten Halbzeit sind uns zunehmend die Kräfte geschwunden", kommentierte Joachim Löw die Niederlage. Für Jürgen Klinsmann und die USA, in der Vorbereitungsphase für den CONCACAF Gold Cup befindlich, war es ein weiterer großer Achtungserfolg, nachdem sie am Freitag zuvor die Niederlande mit 4:3 bezwungen hatten.



Nürnberg wird hingerichtet und alles ballert auf Köpke.

— Willi Entenmann, Trainer 1. FC Nürnberg, nach einem 1:4 gegen Schalke 04.