Halbserien-Rückblick: die Plätze 10 - 13

von Günther Jakobsen14:36 Uhr | 23.01.2015

Vier Punkte Differenz zwischen Platz 10 und 18: Die halbe Liga ist im Abstiegskampf involviert. Die beiden Aufsteiger Köln und Paderborn mussten damit rechnen, sich in diesen Sphären der Tabelle wiederzufinden. Andere Klubs hatten gänzlich anderes erwartet ...

Dass man beim SC Paderborn (Platz 10/19 Punkte) nach dem Aufstieg die Erwartungshaltung, vorsichtig ausgedrückt, auf kleiner Flamme köchelte, ist nur legitim. Die Westfalen operieren mit einem Mini-Etat, einem Mini-Stadion und einem Kader, dessen Marktwert deutlich hinter dem vergleichbarer Konkurrenten zurück bleibt. Ein überaus gelungener Saisoneinstieg förderte die Aufstiegseuphorie und stabilisierte die Mannschaft, die in der Folgezeit nicht so oft wirklich überfordert wirkte. In den letzten sieben Spielen gelang allerdings kein Sieg mehr. Mitaufsteiger 1. FC Köln (11/19) legte eine ähnliche Entwicklung hin - starker Einstieg, dann durchwachsen - und kann sich kurioserweise damit brüsten, hinter dem FC Bayern das zweiterfolgreichste Auswärtsteam der Liga zu sein (13 Punkte). In der Vorbereitung auf die Rückserie demonstrierten die Kölner ihre Auswärtsstärke auch beim Florida Cup, wo sie im Finale in Jacksonville den brasilianischen Erstligisten Fluminense bezwangen. Nicht unbedingt ein Pokalerfolg von hohem Erinnerungswert - wohl aber ein positiver Mitnahmeeffekt vor dem Wiederanpfiff in der Bundesliga. Natürlich nagt die Heimschwäche (nur ein Sieg) an den "Geißböcken", die im Nigerianer Ujah lediglich einen Offensivakteur ausweisen, der regelmäßig trifft (6 Tore).

Mit einem neuen Coach, dem Dänen Kasper Hjulmand, hoffte der FSV Mainz (12/18), den von Thomas Tuchel eingeleiteten sportlichen Aufstieg des Vereins fortsetzen zu können. Acht Spiele ohne Niederlage, davon allerdings fünf Punkteteilungen, deuteten darauf hin, dass die 05er tatsächlich wieder um die EL-Ränge mitspielen würden. Mit der 0:3-Pleite beim VfL Wolfsburg riss jedoch die Erfolgsserie: Kein Spiel wurde anschließend mehr gewonnen. Immerhin bewiesen die Mainzer in dieser Krise Nervenstärke und verloren zuletzt nur äußerst unglücklich gegen die Bayern mit 1:2. Ungünstig wird zum Wiederbeginn sein, dass Goalgetter Okazaki (8 Tore) wahrscheinlich wegen des Asien-Cups noch nicht wieder zur Verfügung steht. Hertha BSC (13/18) setzte trotz des Abganges von Sergio Ramos darauf, sich im gesicherten Mittelfeld stabilisieren zu können. Das misslang, wenn man damit verbindet, dass Distanz zur Abstiegszone besteht. Drei Heimsiege am Stück, gegen Wolfsburg, Stuttgart und den HSV verschafften den Berlinern wenigstens dauerhaft eine Platzierung oberhalb des roten Bereichs. Tiefpunkt der Hinserie war wohl das abschließende 0:5-Debakel gegen Hoffenheim. Einen wesentlichen Grund für das unerwartet schlechte Abschneiden sieht Geschäftsführer Michael Preetz in den Ausfällen von Lustenberger, Beerens und Langkamp. Die Rückkehr dieses Trios ist laut Preetz aber auch der Anlass, dass man optimistisch in die Rückserie geht und auf Neuverpflichtungen verzichtet.

André Schulin



Überhaupt kein Problem. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Ich habe dann die selbe Scheiße gespielt wie vorher. Schlimmer ist die Suche nach Sex.

— Ramon Berndroth, Trainer von Kickers Offenbach, zum Thema ,,Sex vor dem Spiel".