Halbserien-Rückblick: die Plätze 14 - 18

von Günther Jakobsen15:35 Uhr | 25.01.2015

Freiburg wurde im Abstiegskampf erwartet - Dortmund am entgegengesetzten Ende der Tabelle. Der Hamburger SV, VfB Stuttgart und Werder Bremen wechselten die Trainer, was in allen drei Fällen positive Folgen hatte.

Mit jedem neuen Mann am Steuerrad, sei es in der Trainerpersonalie oder Geschäftsführung, erhoffte sich der Hamburger SV (Platz 14/17 Punkte) in den letzten Jahren einen Kurswechsel in Richtung hohe nördliche Breitengrade. Mirko Slomka traute man diese Aufgabe nicht mehr zu, er musste bereits nach dem dritten Spieltag von Bord, als man tabellarisch auf Grund gelaufen war. Nachfolger Joe Zinnbauer, aus der Zweiten Mannschaft hochgezogen, feierte einen vielbeachteten Einstand durch das torlose Unentschieden gegen die Bayern. Trotzdem dauerte es bis zum 7. Spieltag (2:0 in Dortmund), ehe der erste Saisondreier im Netz war. Danach stabilisierte sich der Punkteertrag, wenn auch auf niedrigem Niveau. Der größte Knackpunkt: Traurige neun Treffer sprechen nicht für Erstliga-Konkurrenzfähigkeit. In der Vorbereitung auf die Rückserie will Zinnbauer in der Offensive Fortschritte erkannt haben - eine personelle Verstärkung würde er begrüßen: "Natürlich würden wir uns über einen weiteren Knipser, der uns vorne helfen kann, freuen. Wir wollen aber keinen verpflichten, nur damit wir den Kader auffüllen." Beim VfB Stuttgart (15/17) überraschte der freiwillige Rücktritt Armin Vehs, der nach dem 12. Spieltag und einer Serie von wilden Partien mit seinem Latein am Ende war. "Knurrer" Huub Stevens kehrte mit einer unerwarteten Charmeoffensive zurück zu den Schwaben und durfte mit einer Bilanz von acht Zählern aus fünf Spielen nicht unzufrieden sein. Das Trainingslager, so der Niederländer, habe ihm geholfen, die Mannschaft besser zu verstehen. Torjäger Ibisevic, in der Hinserie kaum in Erscheinung getreten, will nach überstandener Verletzungsproblematik neu durchstarten. Sein Trainingslager-Disput mit Stürmerkollege Harnik definiert der Bosnier als Bagatelle: "Martin und ich verstehen uns gut, wir haben wirklich keine Probleme."

Werder Bremens (16/17) Probleme in der Defensive waren nun wirklich nicht zu leugnen. Erschreckende 39 Gegentreffer ließen die ordentlichen 26 eigenen Tore ziemlich wertlos erscheinen. Auch die Grünweißen hatten während der Hinserie einen Personalwechsel auf dem Trainerstuhl vollzogen, als Viktor Skripnik den erfolglosen Robin Dutt (jetzt Sportvorstand beim VfB) ab dem 10. Spieltag ersetzte. Der Ukrainer brachte einige seiner Bremer U23-Spieler in den Erstliga-Kader ein sowie den Erfolg zurück: Vier Siege, ein Remis und drei Niederlagen verbesserten Werders Position deutlich. Eine schlechte Figur gab der Verein indes während der Vorbereitung ab, als man die Torwartposition durch überproportionale Neuzugangs-Spekulationen thematisierte. Am Ende wurde Kraft als Nummer Eins bestätigt, während Casteels (vom VfL Wolfsburg ausgeliehen) für die Rückserie als Backup verpflichtet wurde. Ohne Frage muss Borussia Dortmunds (17/15) Abschneiden als Erdrutsch bezeichnet werden. Man konnte wohl vermuten, dass der CL-Kandidat durch Lewandowskis Weggang geschwächt würde, der Absturz auf einen Abstiegsplatz erscheint jedoch immer noch absurd. Die Gründe dafür dürften vielfältig sein; die noch nicht optimal verlaufene Anpassung der neuen Zentrumsstürmer Ramos und Immobile sind nur ein Aspekt und auch auf das Fehlen anderer Leistungsträger zurückzuführen. Dass Reus, Mkhitaryan, Gündogan, Sokratis, Bender, Sahin - um nur einige Namen zu nennen - für nennenswerte Zeiten ausfielen, beraubt den BVB seiner geballten Kompaktheit. Dass unter diesen Umständen die CL-Spiele positiv verliefen, ist achtenswert. Personelle Rückschläge sind für den SC Freiburg (18/15) nichts Neues, denen häufig ihre besten Spieler abgeworben werden. Heuer plagt die Breisgauer zudem eine Verletzungsserie; speziell im Abwehrbereich. Der Schuh drückt auch im Angriff - nur ein Stürmertor glückte in der kompletten Hinserie. Die neu verpflichteten Nils Petersen (von Werder) und Mats Möller Daehli (Cardiff City) sollen dieses Manko beheben. Einen anderen Kampf führen die Freiburger um den Bau eines neuen Stadions, dass per Bürgerentscheid genehmigt werden muss. "Um einen solchen Betrieb aufrecht zu erhalten und wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir mehr finanzielle Möglichkeiten", sagt Streich, der die Bundesliga-Zukunft des Vereins ohne Neubau gefährdet sieht.

André Schulin



Überhaupt kein Problem. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Ich habe dann die selbe Scheiße gespielt wie vorher. Schlimmer ist die Suche nach Sex.

— Ramon Berndroth, Trainer von Kickers Offenbach, zum Thema ,,Sex vor dem Spiel".