Bayern füllte seine Spitzenposition weitaus klarer als erwartet aus, während Wolfsburg sich als zweite Kraft der Liga empfahl. Leverkusen und Gladbach führen das Verfolgerfeld an.
Zehn niederlagenfreie Spiele, darunter das 0:0-Unentschieden gegen den FC Bayern, katapultierten Borussia Mönchengladbach (Platz 4/27 Punkte) zunächst in die absolute Spitzengruppe der Liga. Am hervorragenden Start hatten auf Anhieb auch die Neuzugänge Hahn, Sommer, Traore und Hazard ihren Anteil - man hatte auf dem Transfermarkt also "Händchen" bewiesen. Drei verlorene Spiele am Stück, gegen Dortmund, Frankfurt und Wolfsburg, bremsten die "Fohlen" dann aus: Das spielerische Potenzial scheint allemal ausreichend für einen internationalen Startplatz, ob es die Champions League wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der Verfügbarkeit der Akteure. Zum Rückrundenstart droht neben dem Ausfall der Flügelzange Hahn/Traore das Fehlen der an Grippe erkrankten Hazard und Dominguez. Es dürfte dementsprechend nicht leicht werden, ähnlich stark wie in der Hinserie zu starten. Ein Wermutstropfen wartet am Saisonende: Der Abgang Christoph Kramers, der nach Ablauf seiner Ausleihfrist nach Leverkusen zurückkehrt, wird eine Lücke öffnen. Bayer Leverkusen (3/28) profitierte bereits bei einer anderen Personalie von der Ausleihpraxis: Bellarabi kehrte enorm verbessert aus Braunschweig zurück und entwickelte sich zu einem absoluten Shooting-Star - nicht nur seine Präsenz in Leverkusen betreffend. Die Werkself um ihren neuen Coach Roger Schmidt operierte auf dem Transfermarkt ebenfalls unterm Strich erfolgreich, speziell Calhanoglus Integration zum Leistungsträger funktionierte aus dem Stand. Kießlings ungewohnt niedrige Torquote (3 Treffer) erklärt sich auch dadurch, dass Bayer in der Spitze variabler spielt, eine ordentliche Treffer-Steigerung des Goalgetters würde allerdings nicht überraschen.
Ob Bayer sich als ´Vizekusen´ feiern lassen kann, ist durch den Leistungssprung des VfL Wolfsburg (2/34) indes sehr fraglich geworden. Nicht immer rufen die Niedersachsen ihre maximalen Möglichkeiten ab, was z.B. gegen Paderborn (1:1) zwei Punkte kostete. Dennoch produzierten die "Wölfe" unter Dieter Heckings Regie ihre bislang erfolgreichste Bundesliga-Hinserie und sind auf dem besten Weg, den seit vielen Jahren prophezeiten, nachhaltigen Satz in die nationale Spitzengruppe zu realisieren. Ein herausragender Knipser könnte dem Ensemble noch gut tun, das ansonsten eine gute Mischung von aufstrebendem Talent und ausgereifter Erfahrung repräsentiert. "Es ist nicht mehr der Moment zu sagen, wir wollen in die Europa League. Unser Ziel ist es, uns für die Champions League zu qualifizieren", sagt Geschäftsführer Klaus Allofs. Einen tragischen Moment, den Unfalltod Junior Malandas, muss der Klub noch verdauen, dann startet man ausgerechnet gegen das einzige Team in die Rückrunde, das wie nie zuvor im Titelrennen übermächtig erscheint: den FC Bayern (1/45). Ungeschlagen (14 Siege, drei Remis) durchschritten Pep Guardiolas Münchner die Hinserie, ungeachtet jener Stimmen, die nach der WM einen Einbruch erwarteten. Vom Verletzungspech blieb der Rekordmeister nicht verschont, das hinderte den auch in zweiter Reihe exzellent besetzten FCB jedoch nicht daran, seine Spiele grundsätzlich zu dominieren. Nichts deutet darauf hin, dass sich das Bild nach der Winterpause ändert. Ein letztes Testspiel, gegen den VfL Bochum, beherrschten die Münchner in souveräner Manier (5:1) und auch der herausragende Robben (2 Tore) scheint seine Form gehalten zu haben. Der Ausfall von Ribery und Rafinha kann, so lehrte es die Hinrunde, problemlos kompensiert werden.
André Schulin
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