DFB-Team

Hauptsache gewonnen

von Günther Jakobsen00:43 Uhr | 08.09.2012

Deutschland startete mit einem 3:0-Erfolg gegen die Färöer in die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014. Hätte die DFB-Elf ihre Chancen vor allem in der ersten Halbzeit besser verwertet, wäre der Sieg höher ausgefallen. Eine Härteprobe war die Partie jedoch nicht.

Nach der 1:3-Pleite im ersten Testspiel dieser Saison gegen Argentinien hatte es, ausgelöst vom Altinternationalen und Fernsehexperten Oliver Kahn, Kritik für die DFB-Elf gehagelt. Vor dem ersten Spiel der WM-Qualifikation gegen den Fußballzwerg Färöer holte Bundestrainer Löw zum Befreiungsschlag aus. Kapitän Lahm sollte nun wie im Verein auf der rechten Abwehrseite agieren. Für den Posten des linken Verteidigers war zunächst Schmelzer vorgesehen, aber eine Verletzung im Abschlusstraining verhinderte seinen Einsatz. Im Mittelfeld ließ Löw, wie schon in der jüngsten Vergangenheit einige Male geprobt, mit nur einem Sechser (Khedira) und vier offensiven Mittelfeldspielern auflaufen. Diese sehr angriffslustige Taktik barg jedoch auch Risiken. Weil die DFB-Elf immer weit aufgerückt war, konterte der Gast von den Schafsinseln bei Ballgewinn schnell nach vorne. Bei gegnerischem Ballbesitz standen die Färöer tief in ihrer eigenen Hälfte. Trotz etlicher Chancen ließ das Führungstor für den dreimaligen Weltmeister eine knappe halbe Stunde auf sich warten. Der färöische Nationalkeeper Nielsen wehrte die Schüsse von Reus (8., 22.), Khedira (11.), Müller (20.) und Klose (25.) allesamt ab. Hummels konnte seinen Kopfball nicht aufs Tor zielen (12.), und der von Klose landete auf dem Tordach (19.). Nach 28 Minuten war es eine Einzelaktion, die Deutschland in Führung brachte. Götze tanzte sich durch die gegnerische Abwehr und zielte die Kugel dann flach ins lange Eck. Der Treffer sorgte natürlich nicht dafür, dass die Fußballzwerge ihre Defensive entblößten, aber auch nicht dafür, dass die Deutschen im Abschluss besser wurden. Klose jagte den Ball übers Tor (37.), und Müllers Kopfball wurde von Nielsen über die Latte gelenkt (45.). Die schwache Chancenverwertung der Löw-Schützlinge blieb unbestraft, weil sich der 154-te der FIFA-Weltrangliste vor dem gegnerischen Tor harmlos anstellte. Obwohl die Gäste einige Male für Aufruhr in der deutschen Abwehr sorgen konnten, waren sie in der ersten Halbzeit nur einmal halbwegs gefährlich zum Abschluss gekommen - und das bezeichnenderweise nach einem Eckstoß. Lahm klärte einen eher harmlosen Kopfball von Justinussen vor der Linie (44.).

In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel zunächst vor sich hin. Lediglich neun Minuten nach dem Wiederbeginn sorgte der WM-Dritte jedoch für die Vorentscheidung. War die DFB-Elf im EM-Halbfinale gegen Italien noch nach einem eigenen Eckstoß ausgekontert worden, setzte sie diesmal den Konter nach einer Ecke für die Färöer. Özil leitete den Angriff mit einem Pass auf den rechten Flügel zu Müller selbst ein, der WM-Torschützenkönig flankte den Ball zurück in die Mitte zu Özil, und der schob sicher zum 2:0 ein. Die Insulaner wollten zumindest dieses Ergebnis halten. Und Deutschland schien ebenfalls mit dem Resultat nicht ganz unzufrieden. Denn die Deutschen erhöhten nach dem zweiten Treffer nicht das Tempo, sondern zogen das Spiel mehr in die Breite. Zum Abschluss kamen sie aus der Distanz, oder wenn sie schnell umschalten konnten. Lahm eroberte sich in der 71. Minute den Ball im Mittelfeld. Reus spielte dann einen Pass zu Özil, und der Mittelfeldregisseur traf durch die Beine Nielsens zum 3:0. Acht Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit musste auch der deutsche Schlussmann Neuer mal einen Schuss abwehren. Der bis dahin kaum beschäftigte Münchner war von Holsts Distanzversuch so überrascht, dass er die Kugel zunächst nach vorne abprallen ließ, aber im Nachfassen festhielt. Damit kassierte die deutsche Auswahl zum ersten Mal seit dem EM-Auftaktsieg gegen Portugal (1:0) kein Gegentor.

Senthuran Sivananda



Mit Thiago hat er einen super Mann an der Seite, wo sich die Familien auch gut verstehen.

— Manuel Neuer, FC Bayern, über Neuzugang Philippe Coutinho.