Hertha spielte dominant, teilweise mit ansehnlichen Kombinationen und erarbeitete sich eine Menge Torchancen - nur ins Netz trafen die Berliner nicht, was im wesentlichen den guten Reaktionen von VfB-Keeper Ulreich geschuldet war. Stuttgart brachte das Leder zweimal gefährlich aufs Hertha-Tor und eine dieser Möglichkeiten saß.
Der Ausfall von Herthas Antreiber Baumjohann (Kreuzband-OP) war ein entscheidender Grund dafür, dass Jos Luhukay Spielmacher Ronny erstmals in der Startelf platzierte. Und der Brasilianer war wesentlich am schwungvollen Auftakt der Gastgeber beteiligt. Rund 25 Minuten lang zelebrierten die Berliner einen ansprechenden Offensivvortrag, dem Stuttgart nichts ähnliches entgegensetzte. Ben-Hatira, dessen Dynamik mehrmals Löcher in der VfB-Deckung offenbarte, feuerte den ersten guten Torschuss ab - Ulreich faustete das Spielgerät aus dem Gefahrenbereich (18.). Da jedoch Ronny (18.) und Ramos (25.) die beiden anderen Schussmöglichkeiten über den Kasten hämmerten, blieb Hertha trotz aller Vorteile - die Ballbesitzwerte lagen bei etwa 70% - in Sachen Torgefahr zu harmlos. Flankte man das Leder in den Gästesechzehner, fischte Ulreich alles weg. Der VfB kam erst in den letzten zehn Minuten längerfristig über die Mittellinie und produzierte dabei die größte Torchance der ersten Hälfte. Einen Freistoß Maxims köpfte Gentner aus spitzem Winkel auf den Hertha-Kasten, wo der zuvor überhaupt nicht geprüfte Kraft mit einem starken Reflex parierte (40.).
Die Stuttgarter präsentierten sich zu Beginn der zweiten Hälfte offensiver und wurden umgehend belohnt: Maxims Eckball passte auf den Kopf Gentners, der freistend zur 1:0-Führung einköpfte (49.). Berlins Ausgleich lag nur zwei Minuten später in der Luft, doch Skjelbred konnte Ramos´ Vorarbeit nicht nutzen: Ulreich wurde zwar auf dem falschen Fuß erwischt, als der Norweger aus kurzer Distanz abschloss, bekam aber noch eine Hand an den Ball. Auch im Duell mit Hosogai, der nach Ramos´ Zuspiel frei durch war, rettete Stuttgarts Keeper die knappe Führung (59.). Hertha baute eine Druckphase auf, in es nicht an Tormöglichkeiten mangelte. Neben den bereits erwähnten Szenen war es aber erneut Ulreich, der in der 65. Minute gegen van den Bergh und 60 Sekunden später gegen Brooks für die Schwaben rettete. Längst war der VfB wieder hauptsächlich mit Defensivaufgaben ausgelastet, die sich erst in der Schlussviertelstunde vereinfachten, als der Hertha die Beine schwerer wurden. Eine Riesenmöglichkeit zum Ausgleich bot sich noch in der Nachspielzeit, als Ramos sich links durchsetzte und auf den langen Pfosten flankte. Der herangeeilte Pekarik säbelte jedoch am Leder vorbei - und Herthas erste Heimniederlage nach 20 Punktspielen war besiegelt.
André Schulin
Aki Watzke wollte net auf den ganzen Spaß verzichten.
— Reiner Calmund zum Attentat auf Borussia Dortmund und der Neuansetzung der Partie gegen AS Monaco (2:3) in der Champions League, am nächsten Tag.