Einmal mehr in dieser Saison ist es der Kampf gegen den Abstieg, der in höherem Maße Brisanz verspricht. Der gebeutelte Hamburger SV wurde kurzfristig auch noch personell durchgerüttelt. Ein Schlagabtausch um Europa League-Platz sechs ist zwischen Mainz und der Hertha zu erwarten.
Von den sechs Samstagsspielen des 24. Spieltags sind die Hälfte durch den Abstiegskampf geprägt. Die seit drei Spielen (5 Punkte) unbesiegten Bremer könnten mit einem Sieg beim 1. FC Nürnberg indes einen beachtlichen Sprung nach vorn tätigen. "Von allen Mannschaften im unteren Tabellenbereich sind die Nürnberger die stärksten", lässt Robin Dutt jedoch Respekt vor den Franken durchblicken. In deren Mittelfeld wird der Spanier Campana, als Ersatz für den gesperrten Feulner, sein Startelfdebüt geben. Die in der Rückserie noch punktlosen Stuttgarter stehen unter dem Druck, gegen Schlusslicht Eintracht Braunschweig den Bock umstoßen zu müssen. "Ich möchte nicht sagen, dass es ein Alles-oder-Nichts-Spiel wird, aber wir können einen großen Schritt machen und es herrscht, wie in den vergangenen Wochen auch, eine hohe Brisanz", gesteht aber auch Gästecoach Torsten Lieberknecht dieser Partie besondere Bedeutung zu. Personell enorm geschwächt - gegenüber dem letzten Spieltag muss Mirko Slomka auf sechs Akteure (van der Vaart, Rajkovic, Jansen, Lasogga, Sobiech und Jiracek) verzichten - geht der Hamburger SV in das Match gegen Eintracht Frankfurt. "Was nützt es mir, mich mit Dingen zu beschäftigen, die ich nicht ändern kann", wollte Slomka die Ausfallliste nicht intensiver diskutieren. Für Armin Veh ist es das erste Spiel nach der Bekanntgabe, dass er seinen Vertrag in Frankfurt nicht verlängert.
Borussia Mönchengladbachs schwache Rückrundenausbeute (3 Punkte) hat dafür gesorgt, dass man im Heimspiel gegen den FC Augsburg Gefahr läuft, von den Gästen überholt zu werden. "Augsburg ist physisch stark, sehr athletisch", stimmt Lucien Favre seine Elf auf eine intensive Begegnung ein. Interessant zu beobachten wird sein, wie der VfL Wolfsburg die herbe 2:6-Schlappe von Sinsheim weggesteckt hat. "Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie Moral hat", behauptet Dieter Hecking. "Um die Bayern zu schlagen, brauchst du das perfekte Spiel. Jeder muss über sich hinauswachsen", ist er sich aber auch darüber im Klaren, dass es gegen den FCB sehr schwer wird, die Scharte auszuwetzen. Hoffenheim versucht auswärts, beim FC Schalke, seinen nächsten Coup zu setzen, während Hannover darauf hofft, von Leverkusens Schwächephase zu profitieren.
Der Tabellenvorletzte aus Freiburg eröffnet im Spiel gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund die Bundesliga-Punktejagd am Sonntag. Weitaus geringer ist die Kluft zwischen den Opponenten des nachfolgenden Spiels: Der sechstplatzierte FSV Mainz hat nur zwei Zähler Vorsprung vor seinen Berliner Gästen. "Sie führen sehr viele Zweikämpfe, darauf werden wir uns einstellen. Alles andere als ein enges Spiel würde mich überraschen", rechnet Thomas Tuchel mit einem Vergleich auf Augenhöhe.
Zwischen Eintracht Frankfurt und ihm gibt es in Zukunft keine Basis mehr.
— Axel Hellmann, Vorstand von Eintracht Frankfurt, über den Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der Trainer Oliver Glasner den Pokal aus der Hand nahm.