Werder ließ sich in der zweiten Halbzeit überraschen und geriet vorentscheidend in Rückstand. Ein Remis war zwar angesichts der Chancen noch möglich, die Hamburger ließen indes auch gute Konterchancen aus.
Zu Beginn war es der Hamburger SV, der die größere Verunsicherung ausstrahlte. Die Bremer profitierten davon und machten mit dem dritten Ball den sie aufs Tor brachten die Führung: Lukimyas Kopfball prallte noch gegen den linken Pfosten bevor er die Torlinie überquerte (9.). Bis zur 22. Minute hielt Werder die Fäden in der Hand, dann veränderte ein Solo durch Son Spielstand und -verlauf. Gebre Selassie sah in dieser Szene nur die Hacken des Koreaners, dessen Gewaltschuss aus spitzem Winkel auch Mielitz nicht vorteilhaft dastehen ließ. Nun hatte Hamburg sein Erfolgserlebnis, und die Partie wurde, wie der Zwischenstand, völlig ausgeglichen. De Bruyne verpasste die vielleicht noch beste Möglichkeit einer Ergebnisveränderung vor der Pause, als er nach einem guten Zuspiel Gebre Selassies knapp rechts vorbei schoss (36.).
Keine 30 Sekunden nach Wiederanpfiff traf die Bremer dann ein heftiger Tiefschlag. Diekmeiers von rechts hereingegebene Flanke wurde von mehreren Spielern verpasst, prallte dann aber unkontrolliert in den Lauf Aogos, dessen Schulter bei der Ballmitnahme nicht unbeteiligt war. Aus kürzester Distanz hämmerte er die Kugel zur 2:1-Führung in die Maschen. Von Aogo ging auch der letzten Endes entscheidende Vorstoß aus, mit dem der HSV die 3:1-Führung markierte. Die Flanke des Mittelfeldakteurs passte genau vor die Füße Rudnevs‘, der wohl minimal im Abseits stand, nichtsdestotrotz den Ball aber ungerührt ins Netz drückte (52.). Ein Fehler Adlers, der einen ansich harmlosen Schuss von Sokratis unter dem Körper zum 2:3 durchrutschen ließ, machte die Sache umgehend wieder spannend (54.). Vogelwild wechselten in der Folgezeit weitere Torraumszenen hin und her. Adler spitzelte mit den Fingerspitzen einen Mordsschuss von Schmitz über die Querlatte (56.), Van der Vaart verspielte mit dem Versuch per Absatzkick zu treffen eine hochkarätige HSV-Chance und de Bruyne konnte eine starke Rechtsflanke des eingewechselten Arnautovic per Kopf nicht verwandeln (61.). Auch Ekicis Abschluss fehlten Schärfe und Präzision (63., Adler hielt). Nach dieser abwechslungsreichen, intensiven Phase wurde das Spiel der Bremer fehlerhafter. Hamburg konnte die Ansätze zumeist schon im Mittelfeld erfolgreich abblocken und hatte auch die letzte große Torchance - Son versiebte den aussichtsreichen Konter jedoch (86.). Neben der Niederlage hatte Werder auch noch zwei späte Platzverweise zu ertragen: Fritz (80.) und Arnautovic (90.) sahen jeweils den Gelb-Roten Karton.
André Schulin
Nein, den Ball habe ich nicht mitgenommen. Ich muss jetzt erst einmal schauen, ob mein Wikipedia-Eintrag auf dem neuesten Stand ist.
— Thomas Delaney nach seinem Dreierpack beim 5:2-Sieg mit Werder Bremen in Freiburg