Das Freitagsspiel ist wichtig für den Abstiegskampf, während der Samstag - neben dem möglichen Meisterstück der Bayern - überwiegend das Ringen um die EL-Platzierungen und CL-Qualifikationsrang 4 in den Vordergrund rückt.
Hoffenheims neuer Taktgeber Markus Gisdol widerstand der Versuchung: „Ich werde kein Spiel zu einem Abstiegs-Endspiel machen“, erklärte der nunmehr vierte Übungsleiter der Kraichgauer der laufenden Saison. Der durch Gisdol negierte Terminus lag angesichts der Spieltagspaarung durchaus in Griffweite, da neben den akut gefährdeten Hoffenheimern auch deren Düsseldorfer Gästen noch ein paar Punkte fehlen. Fortunas Coach Norbert Meier ködert sein Team mit der Chance, den Klassenerhalt ein Stück weit sicherer zu machen: „Wir müssen uns bewusst sein, was wir mit dem Spiel erreichen können.“
Der FC Augsburg erreichte in der Rückserie bislang recht viel, und Trainer Markus Weinzierl hofft, dass auch im Gastspiel beim BVB etwas Zählbares herausspringen kann: „Uns ist klar, dass wir gegen diese Top-Mannschaft eine absolute Top-Leistung bringen müssen, aber wir haben uns stabilisiert und sind gut drauf.“ Tabellenschlusslicht Greuther Fürth verlor nur eines seiner letzten vier Auswärtsspiele; in Mönchengladbach wird Frank Kramers Team versuchen, diesen positiven Ansatz fortzuführen. VfL-Coach Lucien Favre ist das nicht entgangen („Auswärts treten die Fürther sehr organisiert auf …“), sieht sein Team jedoch in der Favoritenrolle. Will Gladbach (38 Punkte) erneut in die Europa League, darf man sich angesichts der zahlreichen Konkurrenz besser keinen Ausrutscher leisten. In drei weiteren Samstagspartien können Punkte für den EL-Einzug gesammelt werden: Frankfurt (42) hat dabei als Gastgeber des FC Bayern die höchste Hürde zu nehmen, Schalke (42) reist an die Weser (Jens Keller: „Bremen ist unheimlich schwer einzuschätzen“) und an der Elbe treffen mit dem Hamburger SV (38) und dem SC Freiburg (39) zwei Bewerber direkt aufeinander. Naturgemäß stehen die Gastgeber dieser Begegnung nach der Pleite des letzten Wochenendes unter besonderer Beobachtung. „Wir müssen jetzt dem Druck standhalten, den wir uns selbst eingebrockt haben“, fordert Thorsten Fink eine entschlossene Reaktion ein. Bayer Leverkusen unterlag im Duell der Werksklubs dem VfL Wolfsburg zweimal in dieser Saison (BL 1:3/DFB-Pokal 1:2). André Schürrle, über dessen möglicherweise anstehenden Wechsel zum FC Chelsea spekuliert wird, will eine dritte Niederlage vermeiden: „Wenn Du zweimal in einer Saison schon gegen eine wirklich gute Wolfsburger Mannschaft verloren hast, bist Du natürlich im eigenen Stadion hoch motiviert, endlich den Spieß umzudrehen.“
In den beiden Sonntagsspielen treffen EL-Aspiranten auf Gegner, die in einer Grauzone der Liga rangieren. Wobei dem seit acht Spielen ungeschlagenen 1. FC Nürnberg, der den FSV Mainz empfängt, sogar noch eine kleine Chance auf das internationale Geschäft bleibt. Die Franken könnten bis auf einen Zähler an die 05er heranrücken. Eine konträre Statistik verbindet die Kontrahenten des abschließenden Spiels: Derweil Hannover 96 als „lauffaulstes“ Team der Liga (durchschnittlich 111,1 Kilometer pro Spiel) geführt wird, und die Gäste vom VfB Stuttgart den höchsten Wert aufweisen (120,2), lief es für die „Roten“ in der Liga bislang eindeutig besser.
Mir sin noch net im Finale, mir müsset erst Fußball spiele!
— Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, vor dem Pokal-Halbfinale beim Hamburger SV (3:1) in der ARD.