"Die Mannschaft muss mit Spielfreude auftreten, frei spielen und darf nicht auf das Ergebnis schauen", erklärte Christian Streich vor dem Freitagsspiel des SC Freiburg gegen Werder Bremen. "Höchstens vielleicht noch einmal auf das letzte in Frankfurt", schob er schelmisch nach, in der Hoffnung, der Auswärtserfolg des vorigen Wochenendes habe die Moral der abstiegsbedrohten Breisgauer nachhaltig gestärkt.
Am 26. Spieltag stehen zwei Partien auf der Agenda, die für alle vier beteiligten Teams von hoher Bedeutung für den Klassenerhalt sein könnten: Am Samstag empfängt der VfB Stuttgart den Hamburger SV und am Sonntag will der 1. FC Nürnberg seine Niederlagenserie gegen Eintracht Frankfurt beenden. "Wir müssen ein Tor mehr machen als der Gegner, so einfach ist Fußball", versucht VfB-Coach Huub Stevens - gegen seinen Ex-Klub - die Aufgabe des VfB auf den einfachsten Nenner zu bringen. Nürnbergs Übungsleiter Gertjan Verbeek ließ immerhin schon mal durchblicken, dass trotz der zuletzt drei erlittenen Niederlagen keine größere Personalrotation gegen die Eintracht zu erwarten ist: "Im 18er-Kader wird es keine neuen Gesichter geben, aber vielleicht sieht die Startelf anders aus als letzte Woche."
Zwei Samstagspartien eröffnen die Chance, jeweils für die Gäste, dass ein Platztausch der Kontrahenten möglich wäre. Dies sind die Partien VfL Wolfsburg (Platz 6/40 Punkte) vs. FC Augsburg (8/38) und Mönchengladbach (7/39) gegen Hertha BSC (9/36). Diese Klubs kämpfen darum, ihre Optionen auf einen internationalen Startplatz zu wahren, auch wenn Hertha-Coach Jos Luhukay dies zuletzt negierte: "Man muss aufhören, über die Europa League zu sprechen. Das ist in dieser Saison nicht unser Ziel." Ganz gewiss ist dies nicht das Ziel der vier Erstplatzierten. Tabellenprimus FC Bayern könnte unter Umständen - ein Sieg im Gastspiel beim FSV Mainz vorausgesetzt - sogar schon den Meistertitel vorzeitig einfahren, sofern die Konkurrenz aus Dortmund (in Hannover) und Schalke (gegen Braunschweig) erfolglos bleibt. Leverkusen, im Spieltag-abschließenden Match gegen Hoffenheim, muss darauf erpicht sein, seine Flaute (5 Spiele ohne Sieg) zu stoppen. "Physisch und mental sind wir definitiv bereit, um 90 Minuten lang richtig Gas zu geben und konzentriert um die drei Punkte zu kämpfen", behauptet Trainer Sami Hyypiä.
Das war die roteste Karte seit der Erfindung dieser Einrichtung.
— Erich Laaser