Der 11. Spieltag der Regionalliga Nord sah im Spitzenspiel einen klaren Sieg der Wolfsburger U 23 gegen Werders Zweite sowie einen überraschend hohen Erfolg Cloppenburgs über Havelse. Die Bayern-Staffel spielte derweil bereits ihre 18. Runde.
Kein Abtasten: Die erste Minute war noch nicht abgelaufen, da führte Werder II nach einem Eckstoß bereits mit 1:0 beim VfL. Bruns traf aus der Drehung. Die Wolfsburger brauchten aber keine halbe Stunde, um die Sache auf 3:1 zu drehen. In der zweiten Halbzeit packten sie noch drei Treffer drauf, um das Topspiel der Regionalliga Nord mit einem eindeutigen 6:1 für sich zu entschieden. Evseev (28./51.) steuerte zwei Tore bei. Wolfsburgs Tabellenführung war damit gesichert, Werder fiel auf Rang sechs zurück. Nach drei sieglosen Spielen kletterte der Goslarer SC durch den 2:0-Erfolg über Eichede im Ranking wieder bergauf (Platz zwei), musste allerdings abwarten, wie der VfB Oldenburg im Nachholspiel (bei HSV II) abschnitt. Im unteren Tabellenbereich landete der bis dahin nicht eben erfolgsverwöhnte BV Cloppenburg einen Befreiungsschlag. Gegen die Gäste vom TSV Havelse holte man einen 5:1-Kantersieg heraus. TSV-Coach Christian Benbennek war sauer: „Nach solch einer Packung muss ich aufpassen, was ich sage. Wir wussten, dass die Cloppenburger brennen werden, haben diesen Kampf aber nicht angenommen“.
Durch den zwei Wochen zuvor erzielten 2:0-Auswärtserfolg bei Tabellenführer FC Bayern II hatte der FV Illertissen unterstrichen, das Feld in der Regionalliga Bayern den Münchnern nicht kampflos zu überlassen. Mit dem 3:1-Auswärtssieg beim SV Seligenporten am 18. Spieltag setzte das Team Holger Bachthalers seine Erfolgsserie mit dem siebten Sieg in Folge fort. „Es wird jetzt von Woche zu Woche schwieriger, die Mannschaft nach sieben Siegen immer wieder zu Topleistungen zu motivieren“, machte sich Illertissens Coach Gedanken über Nebenwirkungen des Erfolges. Die Rolle als erster Bayern-Verfolger war dem FVI indes nicht sicher, da Augsburg II (16 Spiele) noch die Chance hätte, vorbeizuziehen. In unmittelbarer Nähe verblieb u.a. auch noch die Zweite des TSV 1860 München, trotz ihrer 2:2-Punkteteilung bei Viktoria Aschaffenburg. Trostlos hingegen gestaltete sich die Lage für das immer noch sieglose Schlusslicht Rain am Lech. Gegen den FC Memmingen ging man zwar mit 1:0 in Führung, kassierte jedoch am Ende mit 1:5 die bis dahin höchste Saisonpleite. „Ab der 15. Spielminute haben wir das Spiel komplett aus der Hand gegeben und keinen Zugriff mehr auf das Spiel bekommen“, stellte Rains neuer Übungsleiter Stefan Tutschka fest. „So eine Watsche hatte ich mir beim Einstand nicht vorgestellt“.
André Schulin
Den größten Fehler, den wir jetzt machen könnten, wäre, die Schuld beim Trainer zu suchen.
— Karl-Heinz Körbel als Trainer von Eintracht Frankfurt