In jedem Spiel eine Chance

von Günther Jakobsen16:05 Uhr | 12.04.2013

In vier Partien treffen Teams aufeinander, die noch die gleichen Saisonziele verfolgen: Bei Freiburg-Hannover und Mainz-HSV geht es um die Europa League, Schalke-Leverkusen bietet den "Knappen" die vielleicht letzte Option auf Rang drei und das Match Düsseldorf-Bremen steht unter den Vorzeichen, sich den Abstiegskampf vom Leib zu halten.

Freiburgs Heimspiel gegen Hannover eröffnet den 29. Spieltag. „Sie haben zuletzt nicht alles abgerufen, aber das ist der hohen Belastung mit den internationalen Spielen geschuldet“, meint Christian Streich bezogen auf die Niedersachsen, vor denen er „hohen Respekt“ habe. „Sie zeichnet immer noch ihre schnelle Umschaltbewegung aus“, warnt der SC-Coach, der für dieses Spiel wieder mit Makiadi planen kann. Gästecoach Mirko Slomka lobt die Breisgauer für ihr „effektives und hohes Pressing“; Stindl steht nach seiner Verletzungspause wieder im Kader.

Vor dem wichtigen Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn Fortuna Düsseldorf ist Werder Bremen in größerer Personalnot. Nachdem zunächst die wahrscheinlichen Einsatzmöglichkeiten von Sokratis und Junuzovic für Aufhellung sorgten, streckte Hunts Erkrankung (Fieber) die Ausfallliste wieder in die Länge. Fortunas Trainer Norbert Meier ist personell nicht ganz so eingeschränkt wie der Gegner, vermisste dafür aber anderes: „Ich wünsche mir, dass wir unsere Stärken wieder ausspielen, bei Balleroberung schnell umschalten, den Gegner überfallen, wenn er noch nicht richtig sortiert ist.“ Sowohl die Fortuna als auch Werder benötigen noch einige Punkte, um ausreichenden Sicherheitsabstand vor dem FCA (Sonntag gegen Frankfurt) und 1899 Hoffenheim (beim VfL Wolfsburg) zu wahren. Für Greuther Fürth geht es nur noch darum, sich erhobenen Hauptes aus der Liga zu verabschieden. Gegen den BVB ist die SpVgg natürlich krasser Außenseiter, doch Winter-Neuzugang Djurdjic betont das Prinzip Hoffnung: „Man hat in jedem Spiel eine Chance.“

Beim FC Schalke wittert man die Chance, eventuell das Ziel „Champions League“ noch über den direkten Weg, als Drittplatzierter zu erreichen. Voraussetzung dafür wäre zunächst einmal ein Sieg gegen Leverkusen. „Schalke ist im Moment sehr gut drauf, aber davor müssen wir uns nicht fürchten“, bezieht Bayer-Teamchef Sami Hyypiä klar Stellung zu diesem ausgesprochen wichtigen Spiel um Platz drei. Etwas tiefer in der Tabelle geht es zwischen dem FSV Mainz und dem Hamburger SV um die nicht unbedeutende Frage, wer noch gut im Rennen um die Europa League-Ränge verbleibt. „Wir tun uns schwer, die Gunst der Stunde zu ergreifen …“, klagte FSV-Coach Thomas Tuchel angesichts der jüngsten Niederlage beim 1. FC Nürnberg. Der gleiche Text könnte allerdings auch aus dem Munde seines Hamburger Pendants Thorsten Fink stammen. Neun ungeschlagene Spiele in Folge katapultieren die Nürnberger in die Riege der erfolgreichsten Bundesligisten des laufenden Kalenderjahres. Das Gastspiel beim bayerischen Rivalen aus München droht der Serie ein Ende zu setzen: „Das ist eine Herausforderung, da muss man seinen Mann stehen“, sieht Michael Wiesinger die Partie als Gradmesser.

Der VfB Stuttgart konnte in der Rückserie noch keinen Heimsieg feiern. „Gladbach schafft es, die knappen Spiele zu gewinnen, deswegen haben sie auch mehr Punkte als wir“, umschreibt Bruno Labbadia in seiner Gegner-Analyse, dass die Gäste im Sonntagsspiel sicherlich ihre Nervenstärke ausspielen werden. Stranzl (Grippe) fehlt den Gladbachern, die laut Lucien Favre zuletzt nicht gut agierten: „Wir müssen besser spielen, und wir können besser spielen. Ein 4-4-2, wie wir es spielen, braucht viel Bewegung, sonst ist es nicht effizient.“



Wir haben gar keinen Fernseher, auf dem die Farbe Gelb abgespielt werden kann.

— Schalke-Coach Jens Keller auf die Frage, ob er seinen Spielern als Vorbereitung auf die CL-Partie gegen Real Madrid TV-Bilder vom 4:1 des BVB gegen die Spanier im Jahr davor zeigt