Irreguläre Sonntagstreffer

von Günther Jakobsen12:46 Uhr | 19.10.2015

Borussia Mönchengladbach präsentierte sich erneut sehr torhungrig und setzte seinen Aufstieg in der Tabelle fort. Die zuvor so erfolgreichen Teams aus Köln und Ingolstadt hingegen mussten am Sonntag bittere Niederlagen einstecken: Ihre jeweiligen 0:1-Niederlagen wurden durch irreguläre Treffer besiegelt.

Als Lucien Favre knapp einen Monat zuvor seinen Rücktritt verkündete (Favre: „Es ist jetzt an der Zeit und die beste Entscheidung für den Verein und die Mannschaft, eine Veränderung herbeizuführen“) waren die Gladbacher konsterniert; André Schubert besetzte als klar definierte Übergangslösung den Trainerstuhl. Mit dem überzeugenden 5:1-Auswärtserfolg bei Eintracht Frankfurt feierte Gladbach unter Schuberts Regie jedoch nicht nur den vierten Sieg in Folge - was ein längerfristiges Engagement Schuberts in Aussicht stellte: Gleichzeitig wurde Favres Einschätzung bestätigt.
„Wir wollten nach Ballgewinnen möglichst schnell nach vorne marschieren und, wenn der Gegner noch unsortiert ist, in die Tiefe spielen. Das haben wir in der zweiten Hälfte überragend gemacht“, lobte Schubert den spielerisch sehr ansprechenden Vortrag seiner Elf. Frankfurt konnte mit Meiers verwandelten Foulelfmeter (29.) den durch Raffaels Abstauber gefangenen Rückstand (16.) noch egalisieren. Nach der Pause verloren die Gastgeber jedoch zunehmend den Zugriff auf den Gegner, der durch Tore von Dahoud (51.), Raffael (57.) und dem eingewechselten Hahn (82./90.) auf und davon zog.

Die letztlich entscheidende Szene des Spiels 1. FC Köln vs. Hannover 96 passierte in der 38. Minute: Nach einer Hannoveraner Ecke von rechts konnte Kölns Torwart Horn den Ball noch mit den Fingerspitzen zur Seite bugsieren, der im Vorwärtsgang befindliche Andreasen drückte den in der Flugbahn kurzfristig veränderten Ball jedoch reflexartig mit dem linken Arm aus kurzer Distanz ins Netz. Ein klares Handspiel, das dem Schiedsrichterteam allerdings entging. Hannover brachte den Vorsprung gegen überlegene Kölner vor allem erfolgreich über die Zeit, weil Zieler mit zwei starken Paraden überragende FC-Chancen vereitelte. Unisono sprachen beide Trainer von einer unglücklichen Kölner Niederlage.

Auch der FC Ingolstadt zog im Gastspiel beim VfB Stuttgart wegen einer Fehlentscheidung den Kürzeren. Didavi touchierte einen von Klein aufs Tor gebrachten Ball, knapp vor FCI-Keeper Özcan stehend, in offenkundiger Abseitsposition (59.). Der irreguläre Treffer wurde gegeben, weitere Tore fielen nicht. Allerdings verpatzte Aufsteiger Ingolstadt die große Führungschance, als Leckie in der Anfangsphase einen Foulelfmeter zu mittig platzierte - Tyton konnte mit einer Fußabwehr noch reagieren (4.). „Endlich mal eine schlechte Statistik - und drei Punkte“, atmete VfB-Coach Alexander Zorniger durch. Stuttgart verließ dank des ersten Heimsieges die Abstiegsränge. Der FCI, erstmals auswärts geschlagen, blieb immer noch auf einem einstelligen Tabellenplatz (Rang 8).



Ja, man sieht, dass hier in Deutschland vieles möglich ist.

— Hannes Bongartz nach einem Sieg von Wattenscheid 09 in der Bundesliga.