Gastgeber Kanada musste sich England mit 1:2 geschlagen geben; ein früher Doppelschlag verlieh den Europäerinnen mächtig Rückenwind. Japan machte sich das Leben aufgrund seiner suboptimalen Chancenverwertung schwer, nahm die Hürde Australien aber doch noch ohne Extraschicht.
Titelverteidiger Japan sicherte sich im Viertelfinale gegen Australien spät in der regulären Spielzeit den Sprung unter die letzten Vier. Die eingewechselte Iwabuchi musste den Ball aus zwei Metern nur noch über die Linie drücken, den die aufgerückte Innenverteidigerin Iwashimizu ihr zuspielte (87.). Unmittelbar zuvor war Iwashimizu aus kurzer Distanz noch an Australiens Torwartin Williams gescheitert, schaffte es aber noch, das Spielgerät im Fallen weiterzuleiten. Angesichts ihrer Überlegenheit und zahlreichen Torchancen hätten die Asiatinnen, für die Ogimi auch noch einen Pfostenschuss hatte (85.), die Sache viel eher entscheiden können. Australien rückte in den zweiten 45 Minuten zwar etwas weiter auf, konnte Japan jedoch nicht unter Druck setzen. "Es hat eindeutig das bessere Team gewonnen", räumte Matildas-Coach Alen Stajcic ein. "Die meisten unserer Spielerinnen sind jung, und es ist ein herzzerreißender Moment für sie. Aber manchmal lernt man aus diesen Erfahrungen."
Das Siegen in K.o.-Spielen haben offensichtlich die Kickerinnen von der Insel gelernt. Im Achtelfinale kegelte England Norwegen raus, nun stoppten sie Gastgeber Kanada. "Wir sind nach den Mannschaften von ´66 und ´90 erst das dritte englische Team, das ein Halbfinale erreicht", war Trainer Mark Sampson stolz auf seine Mannschaft. Der Schlüssel zum Erfolg waren eine sichere Abwehr, die dem Ansturm der Kanadierinnen in der Anfangsphase standhielt, sowie eine hohe Einsatzbereitschaft, als es galt, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Ein Stolperer von Abwehrspielerin Sesselmann hatte Taylor unverhofft in Ballbesitz gebracht, die daraufhin überraschend das 1:0 markierte (11.). Ein Kopfballtreffer durch Bronze, nach einem Freistoß, brachte den 2:0-Doppelschlag (14.), der Kanada schockte. Sinclairs Abstauber, als Bardsley einen Distanzschuss nur abklatschen ließ, führte die Gastgeber noch vor dem Seitenwechsel auf 1:2 heran (42.), mehr ließ die kompakte englische Defensive nicht zu. "Sie waren heute sehr schwer zu überwinden", zollte Kanadas Übungsleiter John Herdman den Engländerinnen Respekt.
Für mich ist der Begriff Idiot, wie aktive Fans jetzt vielfach genannt wurden, in der gleichen Kategorie angesiedelt wie der Hurensohn.
— Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin.