Nach der zweiten Runde in der Gruppe A taten sich für Gastgeber Schweden sowie Italiens Auswahl gute Perspektiven auf, das Viertelfinale zu erreichen. Schweden überrollte Finnland glatt mit 5:0, derweil die Italienerinnen dank eines 2:1-Erfolges über Dänemark auf ebenfalls vier Punkte kamen.
Als die ersten 45 Minuten abgepfiffen wurden, war es die dänische Nationalmannschaft, die den etwas besseren Eindruck hinterlassen hatte. Tore hatten die von Kenneth Heiner-Möller betreuten Nordeuropäerinnen zwar nicht erzielt, kamen durch Pernille Harder (Italiens Torhüterin Chiara Marchitelli parierte) und Sofie Pedersen, die eine Kopfballchance nur knapp verpasste, jedoch einem Erfolg näher als Italiens Team. Der zweiten Halbzeit indes drückten die Italienerinnen ihren Stempel auf. In der 55. Minute fing Melania Gabbiadini einen von Dänemarks Abwehr zu kurz weggeschlagenen Ball direkt außerhalb des Sechzehners ab und zog ab. Stina Lykke Pedersen im dänischen Tor bekam zwar einen Fuß an den noch abgefälschten Schuss, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Zuvor hatte bereits Alessia Tuttino das Leder an den Querbalken des dänischen Gehäuses gesetzt. Nachdem Ilaria Mauro per Kopf zum 2:0 für Italien abgestaubt hatte (60.), schien sich die Tempoverschärfung für Italien ausgezahlt zu haben. Der gut herausgespielte und durch Mia Brogaard abgeschlossene 1:2-Anschlusstreffer (66.) machte die Angelegenheit wieder spannend; zum Unentschieden reichte es für Dänemark jedoch nicht mehr.
Allein die Statistik deckte den eklatanten Leistungsunterschied zwischen Schweden und Finnland auf: 16 Mal schoss Pia Sundhages Team auf den Kasten des Gegners, der durch Tiina Saario einen einzigen Torschuss über die gesamte Spieldauer zustande brachte (79.). 21 Ecken holte Schweden heraus - Finnland nur eine. Entscheidend aber war, dass der EM-Gastgeber seine Überlegenheit auch in Treffer umsetzte. Abwehrspielerin Nilla Fischer führte das Dreikronen-Team mit einem Doppelpack (15., Kopfball nach Ecke/36., Abstauber) in die Erfolgsspur; Kosovare Asllani sorgte mit einem Kopfball für den 3:0-Halbzeitstand (38.). Der Einbahnstraßenfußball mündete nach dem Seitenwechsel in zwei weitere schwedische Treffer: In der 60. Minute traf Lotta Schelin von der Sechzehnerlinie zum 4:0 und packte in der 87. Minute per Kopf das 5:0 obendrauf.
Es ist nicht wie bei einer Mathearbeit, sondern wie bei einem Deutschaufsatz.
— Schalkes Coach Domenico Tedesco zum großen Ermessensspielraum beim Einsatz des Videobeweises