Kein guter Tag für schwarzgelb

von Günther Jakobsen12:21 Uhr | 19.09.2013

Im Regen von Neapel zerrann Dortmunds Hoffnung, mit einem Sieg in die Gruppenphase zu starten. Der BVB nahm einige unwillkommene Souvenirs aus Süditalien mit (Platzverweis für Torwart und Trainer, Verletzung von Hummels), ließ die Punkte jedoch liegen.

Die 26. Minute machte dem BVB Hoffnung: Erstmals hatte man sich eine zwingende Torchance erspielt. Lewandowski scheiterte aus kurzer Distanz nur am aufmerksamen Napoli-Keeper Reina; Reus’ Nachschuss wurde durch Zuniga abgefälscht und verfehlte deshalb den Kasten. Als also damit gerechnet werden durfte, dass die Schwarzgelben den bis dahin präsenteren Gastgebern Paroli bieten würden, setzte eine gegenläufige Entwicklung ein. Im Anschluss an einen kurz ausgeführten Eckstoß traf Neapels Neuverpflichtung Higuain per Kopf zum 1:0 (29.). BVB-Coach Jürgen Klopp entrüstete sich daraufhin gegenüber dem Vierten Offiziellen in einer Weise, dass seine Verbannung auf die Tribüne die logische Folge war. Dortmunds Trainer gab dem Schiedsrichterteam eine Mitschuld am Gegentreffer, da der zwischenzeitlich außerhalb des Feldes wegen einer Verletzung behandelte Subotic nach Klopps Ansicht zu spät wieder auf den Platz durfte. „Ich habe mich direkt nach dem Spiel beim Vierten Offiziellen, beim Schiedsrichter und bei meiner Mannschaft entschuldigt, weil die Emotionen, die ich herein gebracht habe, aus einem von uns nicht gut geführten Spiel ein hektisches gemacht haben“, bereute Klopp seinen Ausbruch. In der Nachspielzeit fing der BVB zwei weitere Nackenschläge. Nach Unterzahl auf der Trainerbank führte Weidenfellers Platzverweis auch ein Ungleichgewicht auf dem Feld herbei. Dortmunds Keeper sah den roten Karton, da er außerhalb des Sechzehners bei einer Rettungstat gegen Higuain die Hand zur Hilfe nahm. Unmittelbar zuvor musste Hummels aufgrund von Rückenbeschwerden ausgewechselt werden.

Neapel wurde ob seiner Überzahl keinesfalls leichtsinnig, ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen und hatte mit Insigne und Inler zwei hervorstechende Akteure, die immer wieder für gefährliche Ansätze sorgten. Dem gebürtigen Neapolitaner Insigne glückte mit einem exzellenten Freistoßtreffer die Vorentscheidung: Aus gut 25 Metern zirkelte er den Ball rechts oben unter die Querlatte - für Weidenfeller-Vertreter Langerak gab es da nichts zu halten (68.). Auf der Gegenseite war der BVB im Pech, als Aubameyangs Distanzschuss vom Querbalken ins Feld zurückgeworfen wurde (70.). Dortmund mühte sich redlich, erspielte noch zwei, drei Chancen, musste aber auch weitere Möglichkeiten der Gastgeber in Kauf nehmen. Kurz vor Schluss glückte den Schwarzgelben schließlich noch der 1:2-Anschlusstreffer, als Zuniga eine Hereingabe von Reus per Hacke ins eigene Tor bugsierte (87.). Der Schlussspurt brachte keine weitere Verbesserung.

André Schulin



Es gibt ganz viele junge Spieler. Manchmal ist es wie Gassi gehen mit zehn Hunden.

— Thomas Delaney über seine Aufgabe in der jungen Dortmunder Mannschaft