Kein Zielwasser

von Günther Jakobsen12:34 Uhr | 05.10.2012

Stuttgarts einzige Hoffnung bestand darin, dass noch vier Spiele in Gruppe E ausstanden. Der Auftritt bei Molde FK litt unter der schlechten Chancenverwertung der Schwaben, die nach dem Rückstand allerdings den Faden komplett verloren.

Die „unnötige Niederlage“ ist im Fußballsport kein selten gebrauchter Terminus. Im Fall der 0:2-Niederlage Stuttgarts bei Norwegens Meister Molde FK passt dieser Begriff indes besonders gut. Bereits in der noch ausgeglichenen Anfangsphase des Spiels, als die von Ole Gunnar Solskjaer gecoachten Norweger durch Diouf (4., Distanzschuss, Ulreich parierte) und Eikrem (18., rechts vorbei) ebenfalls zu Möglichkeiten kamen, ließen die Schwaben ihre besseren Chancen aus. Mit Pech landete Traorés Volley am linken Pfosten, doch die Nachschussmöglichkeit setzte der Guineaer deutlich über den Querbalken (6.). Harnik (34., links vorbei) und Hajnal (37., drüber) verfehlten aus aussichtsreicher Position das Gehäuse. „In Nürnberg waren wir effizient, und das haben wir hier vermissen lassen“, zog Sportdirektor Fredi Bobic den Vergleich zum wenige Tage zuvor gefeierten ersten Bundesligasieg der Schwaben.

In den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs hätte der VfB seine nun signifikante Überlegenheit in Treffer umsetzen können - Ibisevic, Harnik, Traoré und Kuzmanovic mit einem Schuss aus der zweiten Reihe ließen diese Phase jedoch ungenutzt verstreichen. Dann genügte ein einziger erfolgreicher Vorstoß der Norweger, um den Spielverlauf zu kippen: Linnes’ an den langen Pfosten platzierte Flanke köpfte Berget problemlos zum 1:0 für Molde ein (58.). Offensichtlich ein Schock für die Schwaben, denn die Gastgeber setzten sich zunehmend besser in Szene. Chima und Berget brachten das Kunststück fertig, unmittelbar hintereinander die Pfosten des Gästetores abzuklopfen (66.) - sehr viel Glück für den VfB, dass nicht bereits hier der nächste Nackenschlag folgte. Auch ein Treffer Chimas, angeblich zuvor im Abseits (79.), wurde nicht gewertet. Zwei Minuten vor dem offiziellen Spielende schlug der Nigerianer dann doch zu, und mit seinem Treffer zum 2:0 war alles entschieden.

André Schulin



Da ist es so trostlos, da würde ich nicht mal mein Auto waschen lassen.

— Lästermaul Max Merkel über das Lohrheidestadion in Wattenscheid.