Trotz erstklassiger Unterstützung und viel Einsatz auf dem Platz reichte es für Irland nicht. Das deutliche und auch in dieser Höhe völlig verdiente 0:4 gegen den großen Favoriten Spanien bedeutete die zweite Niederlage und damit das Aus für die Elf von Trainer Trapattoni. Die Iberer selbst zeigten nach dem Remis gegen Italien ihre ganze Klasse und unterstrichen ihre Titelambitionen.
Mit dem möglichen Ausscheiden vor Augen musste Irland ausgerechnet gegen den amtierenden Welt- und Europameister antreten. Bei einer Niederlage wäre die EM für die Männer von der grünen Insel bereits nach dem zweiten Spiel vorbei, Schuld daran war das vorausgegangen Remis zwischen Italien und Kroatien. Die Spanier rückten von ihrer Ohne-Stürmer-Philosophie ab, Trainer del Bosque brachte mit Torres statt Fabregas eine echte Nummer neun von Anfang an. Mit dem Rücken zur Wand starteten die Iren aggressiv und machten von Anfang an klar, dass sie ihre Chance auf einen Verbleib im Turnier nutzen wollten: Einen Schuss von Cox musste Keeper Casillas mit beiden Fäusten klären (1.). Spanien war jedoch ebenfalls direkt im Spiel und ging gleich mit der ersten Möglichkeit in Führung. Nachdem Silva den Ball noch gegen die irische Abwehr verloren hatte, setzte Torres gut nach, kämpfte sich durch den Strafraum und überraschte Given im Tor, der die Arme nicht rechtzeitig hoch bekam (4.). Irland schien nur kurz geschockt, machte sich danach jedoch weiter auf, die weitaus ballsicheren Spanier unter Druck zu setzen. „La furia roja“ war jedoch ebenfalls hoch motiviert, setzte jedem Ball nach und spielte sich ein ums andere Mal schön vor den gegnerischen Strafraum. Nach einer Viertelstunde zeigte sich dann das erwartet Bild: Der Weltmeister bestimmte das Spiel mit vielen Kombinationen, Irland verteidigte. Dass es auch nach einer halben Stunde immer noch 1:0 stand, lag vor allem daran, dass del Bosques Team es bei aller Überlegenheit und Spielstärke nicht schaffte, sich hundertprozentige Einschussmöglichkeiten herauszuspielen. Spanien trat ohne die letzte Konsequenz vor dem Tor auf und zeigte sich oft zu verspielt, hatte den Gegner jedoch völlig im Griff. Kurz vor dem Seitenwechsel schossen Iniesta und Xavi dann doch noch einmal auf Givens Tor, scheiterten aber an der vielbeinigen Abwehr (Iniesta) und am Keeper (Xavi).
Auch nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern das gleiche Bild. Spanien war weiter im Vorwärtsgang und drückte die Iren in die Defensive. Und erneut dauerte es nach dem Wiederanpfiff nicht lange, bis der Ball im Netz zappelte. Einen Schuss von Iniesta wehrte Given in die Mitte ab, dort nahm Silva das Leder auf, täuschte mehrere Schüsse an, bis auch der letzte irische Abwehrspieler verladen war und schob dann aus wenigen Metern ein (49.). Nur fünf Minuten später zeigte Given, der bei beiden spanischen Toren eine unglückliche Figur machte, dass er es auch wesentlich besser kann. Die meisten iberischen Fans hatten wohl schon den erneuten Torschrei auf den Lippen, als Xavi aus knapper Distanz verdeckt abzog, doch die irische Nummer eins klärte überragend mit einer Hand. Die spanische Dominanz hielt auch nach einer Stunde unvermindert an, irische Entlastungsangriffe waren äußerst selten, auch wenn sich Trapattonis Elf weiter kampfstark zeigte.. Spanien dagegen hätte auch weitaus höher führen können, doch in der 61. Minute war es Busquets, der knapp daneben zielte. Dann war es aber doch wieder so weit. Irland verlor auf Höhe des Mittelkreises den Ball, Silva reagierte am schnellsten und schickte Torres. Der Stürmer vom Chelsea FC ließ sich nicht lange bitten und erzielte seinen zweiten Treffer (70.). Kurz darauf wurde der Doppeltorschütze ausgewechselt, für ihn kam Fabregas. Dann hatte auch Irland mal wieder einen Torschuss zu vermelden, als Keane in der 74. Minute von links auf das lange Eck zielte, aber Casillas war zur Stelle. Acht Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit machte Fabregas endgültig klar, dass hier zwei Teams mit großen Klassenunterschieden aufeinander trafen. Nach einem kurz gespielten Eckball zögerte der Mann des FC Barcelona nicht lange und zimmerte den Ball aus spitzem Winkel von rechts zum 4:0 ins Netz neben dem linken Innenpfosten. Danach passierte nicht mehr viel. Zum Gesang der unermüdlichen irischen Fans ging das Spiel seinem Ende zu und Irland war ausgeschieden.
Lisa Ramdor
Weisweiler und Happel sind tot, Hitzfeld ist bei den Bayern. RWO hat den besten Trainer, den man kriegen kann.
— Aleksander Ristic zur Diskussion um seine Person