Keine Punkte für die Meistgefährdeten

von Günther Jakobsen13:00 Uhr | 20.04.2015

Die beiden Schlusslichter der Liga, Hamburg und Stuttgart, gingen in ihren Auswärtsspielen leer aus. Als schwacher Trost blieb lediglich, sich ordentlich verkauft zu haben und dass die direkten Konkurrenten tags zuvor ebenfalls nichts rissen. Augsburg und Werder machten Fortschritte in Richtung Europa League; Wolfsburg war zu müde, um Schalke zu bezwingen.

Nach dem ziemlich ungewöhnlichen 1:0-Führungstreffer - VfB-Keeper Ulreich rettete knapp außerhalb des 16ers zunächst per Kopf, Esswein schlenzte die Kugel jedoch direkt zurück und Werner hob das Spielgerät im Sprung ins Netz (7.) - kämpften sich die Stuttgarter zurück in die Partie und konnten mit einem schnellen Vorstoß ausgleichen (22., Ginzcek). Die Gäste hatten in der Folgezeit sogar leichte Vorteile, erst nach der Pause gestaltete der FCA die Sache wieder ausgeglichener. Und der Tabellensechste hatte schließlich das bessere Ende für sich, weil er eine der raren Torchancen der zweiten Hälfte nutzte: Feulner schlug einen von Ulreich zur Seite abgewehrten Ball wieder vors Gästetor, wo Bobadilla lauerte und aus kurzer Distanz zum 2:1 vollstreckte (73.). Der VfB mühte sich um einen erneuten Ausgleich, Augsburg ließ jedoch keine hochkarätige Chance mehr zu. Markus Weinzierls Team beendete damit eine Serie von vier sieglosen Spielen und festigte seine EL-Option.

Gleiches gelang Werder Bremen. Auch Viktor Skripniks Mannschaft hatte zuvor vier Mal nicht gewonnen. Mit dem 1:0-Erfolg im Nordderby über den Hamburger SV, Werders 500. Bundesligasieg im Weserstadion, eroberten die Grünweißen Rang sieben, der möglicherweise zur EL-Qualifikation berechtigt. Dem neuen HSV-Coach Bruno Labbadia war es gelungen, die Defensive des Tabellenletzten zu festigen. Die Bremer spielten kaum Torchancen heraus, in dieser Hinsicht taten die Gäste es ihnen allerdings gleich. Ein Foul von Behrami an Junuzovic (82., mit Roter Karte geahndet) führte die Bremer dann zum Sieg: Di Santo verwandelte den Elfer souverän.
Kein Sieger ging aus dem abschließenden Spiel des VfL Wolfsburg gegen Schalke hervor. S04 war in der torlosen ersten Halbzeit über weite Strecken gut in der Partie, ging jedoch in der 53. Minute gegen den Spielverlauf in Führung, als Youngster Sané einen Sololauf über das halbe Feld, am Ende etwas glücklich, mit dem Führungstreffer abschloss. Ein energischer Durchbruch Caligiuris über rechts leitete Wolfsburgs Ausgleich ein: Caligiuri verlor den Ball zwar etwa 30 Meter vor dem Gästetor, doch der Abpraller fiel De Bruyne in den Lauf, der aus ca. 20 Metern flach ins kurze Eck traf (78.). Dabei blieb es. "Ich bin mit diesem Punkt zufrieden, gerade mit Blick auf die Belastungen der letzten Wochen", meinte Dieter Hecking. Speziell die 1:4-Heimpleite vom Donnerstag, gegen Neapel, steckte den "Wölfen" noch sichtlich in den Knochen.



Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Da antwortet man auf die Frage nach der Nationalität mit Schalke, Dortmund oder Bochum.

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