Keine Überraschungen

von Günther Jakobsen13:42 Uhr | 06.08.2013

Alles in der Reihe: Der FC Bayern und Schalke erreichten die nächste Runde, wobei Schalkes Erfolg recht schmeichelhaft zustande kam. Auch in den beiden Duellen 3. Liga vs. 2. Liga setzten sich die klassenhöheren Teams durch.

Thomas Müller nahm aus dem Gastspiel der Münchner beim BSV Schwarz-Weiß Rehden als Souvenir eine stattliche Beule auf der Stirn mit, woraufhin er sich anschließend selbst das Etikett des „letzten Einhorns“ verpasste. Der umtriebige Offensivakteur war allerdings auch derjenige Bayernspieler, dessen Dreierpack (45./59./64.) maßgeblich dafür sorgte, dass der haushohe Favorit den niedersächsischen Viertligisten erwartungsgemäß deutlich (5:0) aus dem Wettbewerb warf. Rehdens Schlussmann Mandic tat was möglich war, um die Niederlage in Grenzen zu halten. Gute Torchancen durch Neumann (29.) und Arend (74.) hätten dem gut dagegen haltenden Underdog fast einen Ehrentreffer beschert; gegen die druckvollen Bayern stand eine Pokalüberraschung jedoch nie im Raum. Shaqiri (18.) und Robben (88.) rahmten Müllers Dreierpack ein. Pep Guardiola war mit dem geglückten Sprung in die nächste Runde zufrieden, erkannte aber noch Luft nach oben: „Wir sind erst seit sieben Wochen zusammen und müssen noch viel verbessern“.

Schalke-Coach Jens Keller hatte allen Grund, trotz des 2:0-Erfolgs beim FC Nöttingen mit seinem Team zu hadern. Als „arrogant und überheblich“ bezeichnete er den Auftritt der „Knappen“, die froh sein durften, dass Bilger (4., Hildebrand noch mit Fingerspitzen dran) und Fuchs (16.) nur das Gestänge des Schalker Tores trafen. „Das war eine super Leistung für einen Oberligisten“, bekundete S04-Keeper Hildebrand Anerkennung für den Gegner, der sich dem Erstligisten im Karlsruher Wildparkstadion stellte. Huntelaar verwertete Schalkes erste echte Chance zur Führung (30.), auf die endgültige Entscheidung musste der Erstligist jedoch bis zur Nachspielzeit warten, als der für den verwarnten Draxler (86., Glück, dass sein Schubser nur mit Gelb bestraft wurde) eingewechselte Goretzka den 2:0-Endstand herstellte.

Mit sehr viel Mühe setzten sich die Zweitligisten SC Paderborn und Union Berlin in ihren jeweiligen Auswärtspartien bei Drittligisten durch. Paderborns 3:2-Erfolg beim MSV Duisburg hatte seine entscheidende Phase in der ersten Halbzeit, als Brückner (37.) und ten Voorde (38.) per Doppelschlag die MSV-Führung durch Gardawski (31.) entwerteten. Feisthammels Platzverweis (60., Gelb-Rot) schwächte die „Zebras“ zusätzlich numerisch, die aber dennoch mit Einsatzwillen überzeugten. Wemmers 3:1-Treffer (80.) ebnete Paderborn dann endgültig den Schritt in die nächste Runde; Orsulas 2:3-Anschlusstreffer in der Nachspielzeit kam zu spät. Zuvor ließ der MSV noch eine Elferchance aus (83., Bajic scheiterte an Kruse). Einem vergebenen Strafstoß trauerte auch Jahn Regensburg nach (71., Neunaber traf den Pfosten). Der bewegte Pokalfight gegen Union Berlin ging auch deshalb mit 2:1 zugunsten der Gäste aus, weil diese ihre Tormöglichkeiten effektiver zu nutzen verstanden. Amachaibous 1:0-Führung (19.) für den Jahn wurde noch vor der Pause durch Brandy (21.) und Köhler (42.) gedreht.

André Schulin



Das schaue ich mir gar nicht erst an, da warte ich einfach nur, bis in Köln gehupt wird.

— Stefan Raab über das WM-Spiel Türkei gegen Senegal