DFB-Team

Kiel traf meist nur das Gebälk

von Günther Jakobsen16:53 Uhr | 22.10.2012

Werders U 23 blieb mit noch vier Nachholpartien der heißeste Anwärter auf die Tabellenführung im Norden. RB Leipzigs Ausrutscher in der Nord/Ost-Staffel hatte keine Konsequenzen, im Westen, Südwesten und Bayern gewannen die Spitzenreiter.

Nach Abschluss des 12. Spieltags der Regionalliga Nord rangierte Werders U 23 auf Rang vier - mit allerdings noch vier ausstehenden Spielen. Im Gastspiel beim VfR Neumünster fuhren Thomas Wolters Spieler ihren bis dato sechsten Saisonsieg ein. „Das Ergebnis sieht sicherlich deutlicher aus als es der Spielverlauf war. Bis zum 2:0 sah es nicht nach so einem deutlichen Erfolg aus“, meinte der Werder-Coach. Zwei große Konkurrenten in der vorderen Tabellenregion, Hannovers Zweite (2:0 beim VfL Oldenburg) und der TSV Havelse (2:1 beim BV Cloppenburg) sammelten ebenfalls Punkte in der Fremde. Holstein Kiel konnte im Spitzenspiel beim Goslarer SC lediglich ein 1:1-Remis herausholen. Drei Gebälk-Treffer konnten als Beleg dafür gelten, dass die „Störche“ nicht vom Glück verfolgt waren. „Das ist ein herausragendes Ergebnis für uns, damit kann ich sehr gut leben“, war SC-Trainer Frank Eulberg mit der Punkteteilung sehr zufrieden.

Das überraschende 1:1-Remis von Tabellenführer RB Leipzig beim VFC Plauen machte die Situation an der Spitze der Regionalliga Nord/Ost nicht spannender, da auch Verfolger 1. FC Magdeburg nur eine Punkteteilung hinbekam. Beils zweimalige Führung (25. und 77.) reichte nicht zum Sieg, da Kahlert (67.) und Kurtaj (87.) für die gastgebende TSG Neustrelitz ausgleichen konnten. Der spannende Spielverlauf nötigte Magdeburgs Trainer Andreas Petersen ein Kompliment ab: „Das war eines der bisher besten Spiele in dieser Liga.“ Der FC Carl Zeiss Jena nutzte die Gelegenheit immerhin, um sich auf Augenhöhe Magdeburgs heran zu schieben. Die Elf von Petrik Sander gastierte bei Germania Halberstadt und konnte sich erst zurücklehnen, nachdem Schmidt der Treffer zum 2:0 geglückt war (60.). Diesen Vorsprung brachte man dann souverän über die Zeit.

Tabellenführer Viktoria Köln gab sich keine Blöße. Mit frühen Toren durch Bouhaddouz (7.) und Dahmani (14.) brachte man Gastgeber SF Siegen aus dem Konzept und hielt diese Führung bis zur Pause. Nachdem Hettich den Anschluss markierte (53.), waren die Sportfreunde dicht dran, den Ausgleich zu erzwingen. Bouhaddouz’ zweiter Treffer, der den 3:1-Endstand bedeutete (72.), half der Viktoria aus der Bredouille. „Wir müssen das 2:2 einfach machen. Kein Thema. Danach war das Spiel entschieden“, analysierte Siegens Coach Michael Boris. Fortuna Köln blieb als Zweiter der Regionalliga West in Reichweite. Das Team von Trainer Uwe Koschinat bezwang Schlusslicht VfB Hüls mit 4:0.

Die DFB-Elf war nicht das einzige Team, das Zeit brauchte, ein 4:4-Unentschieden zu verarbeiten. „Heute ist es schwierig, Worte zu finden“, sprach Uwe Wolf, Hessen Kassels Coach, nach dem kuriosen Gastspiel beim FSV Mainz II. Sein Mainzer Pendant Martin Schmidt, dessen Mannschaft drei Mal eine Führung vorgelegt hatte, kündigte Theoriestunden vor dem Bildschirm an: „Für die Videoanalyse haben wir heute genug Material gesammelt.“ Ohne erforderlichen Videobeweis war festzustellen, dass das Führungsduo der Regionalliga Südwest seinen Vorsprung behauptet hatte. Die SV Elversberg drehte nach einem 0:1-Rückstand noch die Partie beim SC Freiburg II in einen 3:1-Auswärtssieg, während 1899 Hoffenheim zu einem knappen 2:1-Heimerfolg über die SG Sonnenhof Großaspach kam.

„Am Schluss war es dann, ich möchte sagen, unser erster dreckiger Sieg“, kommentierte Illertissens Trainer Holger Bachthaler das knappe 1:0 (68., Hämmerle) gegen den FC Memmingen. Illertissens Vorsprung in der Regionalliga Bayern zum SV Seligenporten wuchs damit an, da der ärgste Konkurrent (allerdings noch mit einem Spiel in Rückstand) beim FC Bayern II 1:1 unentschieden spielte. Für Mehmet Scholls FCB II-Auswahl war es nach zuvor vier Siegen ein kleiner Dämpfer: „Aufgrund der ersten Halbzeit hätten wir gewinnen müssen, aufgrund der zweiten Halbzeit können wir mit dem Unentschieden leben.“ Wegen Weins Platzverweis (50., Gelb-Rot) mussten die Münchner fast eine Hälfte in Unterzahl spielen. Nach zuvor drei sieglosen Heimvorstellungen entschädigte der FC Ismaning seine Anhänger mit einem 5:1-Kantersieg gegen den TSV Rain am Lech.



Wer von der Meisterschaft spricht, wird von mir standrechtlich erschossen.

— Reiner Calmund vor dem Saisonfinale 2000