Bevor am Sonntag die rheinischen Rivalen Köln und Mönchengladbach die vierte Runde abschließen, üben sich nicht weniger als sieben Teams darin, den ersten Saisondreier zu generieren. Der Hamburger SV versucht dies mit einem neuen Chefcoach.
Die Tabellennachbarn SC Freiburg und Hertha BSC eröffnen am Freitagabend den Spieltag. "Ich glaube einfach, dass es sowohl für Freiburg als auch für uns ein Spiel ist, wo wir sehen werden, dass beide Mannschaften das Spiel gewinnen wollen", rechnet Berlins Coach Jos Luhukay damit, dass die Kontrahenten gleichermaßen darauf aus sind, ihren ersten Saisonsieg zu erzwingen. Zuversichtlich stimmt ihn, dass er personell fast aus dem Vollen schöpfen kann; Freiburg muss auf die Angreifer Mehmedi und Schahin verzichten. Auf den ersten Saisondreier warten u.a. noch Werder Bremen (beim FC Augsburg), Schalke (gegen Frankfurt) und der VfB Stuttgart (gegen Hoffenheim). Tabellenschlusslicht Hamburger SV wechselte unter der Woche den Trainer: Anstelle Mirko Slomkas soll nun Joe Zinnbauer - bis dahin für die U23 zuständig - den Umschwung erwirken. "Auf so eine Chance arbeitet man als Trainer hin. Ich habe Bock auf die 1. Liga", lässt der neue Besen keinerlei Berührungsängste auf dem ungewohnten Parkett erkennen. "Das Problem liegt im Kopf, es liegt an der Qualität als Mannschaft und nicht an der Qualität der Spieler", analysiert Zinnbauer. Zum Einstand muss er die Hanseaten auf das Duell mit dem FC Bayern einschwören.
Ein anderer Erstliga-Trainernovize, André Breitenreiter, verdiente sich mit dem FC Paderborn bereits die ersten Sporen. Der ungeschlagene SCP (5 Punkte) trifft zuhause auf die noch besser gestarteten 96er (7). "Der SCP steht defensiv sehr gut und hat eine stabile sowie intakte Mannschaft, die zudem sehr heimstark ist", respektiert Hannovers Coach Tayfun Korkut den Aufsteiger. Zur Attacke bläst er trotzdem: "Wir werden auf Sieg spielen und alles versuchen, um unsere Serie zu halten." Mit der Begegnung FSV Mainz vs. Borussia Dortmund stehen sich am Samstag zwei weitere ungeschlagene Teams gegenüber. Laut Jürgen Klopp soll sich das ändern: "Ich gönne diesem Verein wirklich alles, aber zwei Mal im Jahr wollen wir sie schlagen", will der frühere Mainzer Coach den ganzen Kuchen. Zu den umfangreichen Verletzungsausfällen meint er knapp: "Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir elf Mann zusammenbekommen."
Am Sonntag treten die beiden Europa-League-Klubs an, die am Donnerstag wenig Freude an ihren internationalen Auftritten hatten. Besonders für den VfL Wolfsburg markierte die deprimierende 1:4-Klatsche bei Everton FC nur die Bestätigung, dass die "Wölfe" in dieser Saison noch ohne den nötigen Biss agieren. Gegner Leverkusen kommt zwar als Tabellenführer nach Wolfsburg, offenbarte zuletzt aber ebenfalls Probleme im Abschluss. Gladbach (1:1 gegen Villarreal) konnte in seiner EL-Gruppe A immerhin noch einen Punkt retten; in der Bundesliga freut man sich nun auf das Gastspiel beim alten Rivalen 1. FC Köln. "Uns ist klar, dass es ein besonderes und schwieriges Spiel wird - aber wir können es kaum erwarten", sehnt auch FC-Trainer Peter Stöger den Anpfiff des 81. Bundesligavergleichs herbei. "Es wird schwierig, aber wir wissen auch, dass es für uns Möglichkeiten geben wird", hofft der Österreicher auf einen Erfolg des Aufsteigers.
Unser Ziel ist, mit Vernunft, Realismus sowie mit der notwendigen Zeitachse den Aufstieg in die 1. Liga zu schaffen.
— Martin Kind, Präsident von Hannover 96, plant voraus...