Gestern fand in Monaco die Auslosung der Europa League Gruppenphase statt. Dabei passierte das, was viele gerne vermieden hätten: RB Salzburg wurde in dieselbe Gruppe wie RB Leipzig gelost. Somit kommt es in der Gruppenphase auf jeden Fall zu zwei Duellen zwischen den beiden RB-Klubs.
RB LeipzigBundesliga
•Rang: 18•Pkt: 0•Tore: 0:6
Auch wenn der Brause-Klub aus Österreich in der Europa League unter einem anderen Namen (FC Salzburg) und mit einem leicht abgewandelten Logo (ohne Sponsorenname) antritt, bleiben die Strukturen des Vereins gleich und die Nähe zum Leipziger Projekt ist nicht zu leugnen.
Seit Jahren werden munter Spieler von einem zum anderen Klub transferiert. Vor allem aus Salzburg wechseln die Spieler Richtung Sachsen. Red Bull Salzburg fungiert also zunehmend als Ausbildungsverein für den größeren RB-Klub in Leipzig.
Auch Spieler sehen die Transfers kritisch
Wer jetzt denkt, dass dies nur die Meinung eines hoffnungslosen Fußball-Romantikers ist, der nur gegen RB meckern will, der liegt falsch. Denn in Salzburg beschwerten sich bereits die eigenen Fans über ihren Klub, da dieser zunehmend zum “Selbstbedienungsladen” verkommt.
Sogar ehemalige Spieler äußerten sich kritisch über das Transfergeschehen zwischen den RB-Teams. Martin Hinteregger, heute Spieler beim FC Augsburg, sagte in der österreichischen Zeitung “Der Standard”: „Die Art und Weise, wie Salzburg von Leipzig kaputt gemacht wird, finde ich schade. Im Endeffekt sind es zwei verschiedene Vereine, aber alles wird aus Salzburg wegdirigiert." Es ist also klar zu erkennen, dass mittlerweile RB Leipzig die Nummer Eins im Brause-Land ist.
Was passiert, wenn...?
Nun geht es aber nicht nur um Transfers von Spielern, sondern um Pflichtspiele in einem internationalen Wettbewerb. Sollte es also an den entscheidenden Spieltagen der Europa League Gruppenphase zu irgendeiner Konstellationen kommen, in denen einer der beiden RB’s in der Lage sein wird, durch ein bestimmtes Ergebnis, dem anderen Brause-Verein zu helfen, dann möchte ich nicht wissen was passiert.
Der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung steht aufgrund des engen Geflechts, welches diese beiden “Vereine” verbindet, schon automatisch im Raum. Sollte es auch dann noch zu einem negativen Ausgang für einen der anderen zwei Klubs kommen, bin ich sehr auf die anschließende Diskussion gespannt.
Die UEFA hat sich mit ihrer letztjährigen Entscheidung, sowohl Salzburg als auch Leipzig gemeinsam im selben Wettbewerb antreten zu lassen, keinen Gefallen getan. Mit Sicherheit hat man sich auch in den Führungsetagen der UEFA gewünscht, dass dieses Duell einfach nicht zustande kommt.
Auch wenn es für mich persönlich befremdlich bleibt, dass nun zwei “Vereine”, die von ein und demselben Konzern(-chef) gesteuert werden, im selben Wettbewerb antreten dürfen, wünsche ich, im Sinne des Sports, allen Beteiligten, dass die Spiele absolut fair und mit dem nötigen Ernst über die Bühne gehen, sodass sich keine der beiden anderen Mannschaften in der Gruppe am Ende benachteiligt fühlt.
Bis zur nächsten Grätsche
Euer Grischa
Autor und Fußball-Experte Grischa Hindel ist bei TorAlarm für redaktionelle Inhalte zuständig. In seiner Kolumne Grischas Grätsche schreibt er jede Woche ganz persönlich über das aktuelle Fußballgeschehen und alles, was ihn bewegt - begeistert, amüsiert, nervt. Seit seiner Kindheit dem runden Leder verschrieben, war er auf dem Fußballplatz selbst aktiv und später regelmäßig als Fan im Stadion. Heute ist er voller Fußball-Know-how, das wir Euch nicht vorenthalten wollen.
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Mir tut es nicht besonders gut, dass wir gegen Mainz gewonnen haben.
— Schalkes Manager Christian Heidel, ehemaliger Macher von Mainz 05.