Kracher zum Wiederanpfiff

von Günther Jakobsen16:37 Uhr | 30.01.2015

Elf Punkte trennen den VfL Wolfsburg vom FC Bayern - trotzdem verspricht dieses Topspiel zum Auftakt der Rückserie eine Menge Spannung. Die Niedersachsen haben nichts zu verlieren. Auch eine Niederlage hätte keine dramatischen Folgen. "Wenn wir läuferisch und fußballerisch alles reinwerfen, können wir die Bayern ärgern", rechnet sich Dieter Hecking etwas aus. Aber auch der Tabellenführer scharrt erwartungsfroh mit den Hufen: "Wir wissen wie schwer und intensiv die Rückrunde wird, aber wir sind bereit", sagt Pep Guardiola.

Da das restliche Feld sehr eng beisammen liegt, kann jede einzelne Begegnung größeren Einfluss auf die Tabellensituation nehmen. Zwei Teams, die gleichermaßen auf internationale Startplätze lauern, treffen in der Partie Schalke vs. Hannover 96 aufeinander. Alle anderen Samstagsspiele finden mit Beteilungung potenziell gefährdeter Mannschaften statt. Freiburg (gegen Frankfurt), Stuttgart (gegen Gladbach) und Hamburg (gegen Köln) versuchen vor eigenem Publikum, mit einem Erfolgserlebnis in die Rückrunde zu starten. Beim HSV erhofft man sich zusätzliche Motivation durch den kurzfristig über die Bühne gelaufenen Transfer Ivica Olics. "Als die Anfrage da war, habe ich nicht mehr an Tabellenplätze oder die Champions League gedacht", erklärt der Kroate seinen Wechsel von CL-Kandidat Wolfsburg zurück zu seinem ersten Bundesliga-Verein. Mit größter Spannung dürfte auch allgemein das Auftreten der Dortmunder bei Bayer Leverkusen erwartet werden. "Die Vorrunde darf als Erfahrung mit eingehen, aber nicht als Belastung", ruft Jürgen Klopp eine Art ´Stunde null´ für die Schwarzgelben aus. Das Spiel FSV Mainz gegen SC Paderborn, tabellarisch im Mittelfeld angesiedelt, würde einem etwaigen Gewinner gut tun: Quasi ein Sechspunktespiel, um sich von den Abstiegsrängen fernzuhalten.

Von ähnlichem Charakter ist das erste Sonntagsspiel, wenn der SV Werder die Berliner Hertha empfängt. Nachdem die Bremer jede Menge Kritik für ihre Torwart-Diskussionen akzeptieren mussten, wird die Verpflichtung von Innenverteidiger Jannik Vestergaard allerorten positiv aufgenommen. SVW-Coach Viktor Skripnik ist zudem zufrieden mit den Eindrücken aus der Vorbereitung: "Wir haben viele Tore in den Tests gemacht. Gut, dass wir dabei spielerische Lösungen gesucht haben." Zuversichtlich klingt auch sein Berliner Pendant Jos Luhukay: "Ich glaube dass wir gut vorbereitet sind." Der Abschluss des 18. Spieltages beschert dann nochmals ein für die Europapokal-Platzierungen sehr interessantes Duell: Augsburg will seinen guten Hinserienlauf gegen Hoffenheim fortsetzen. FCA-Trainer Markus Weinzierl übt sich, was die Saisonziele betrifft, aber noch in Understatement: "Wir wollen so schnell wie möglich die 40 Punkte erreichen, um mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu haben." TSG-Coach Markus Gisdol sieht seine Elf gleich voll gefordert: "Das ist sicherlich kein Wunschgegner für den Rückrundenauftakt"



Wenn das Ding nicht zählt, dann wars das und wenn es zählt, dann wars das auch...

— Die Fanradio-Reporter des 1. FC Nürnberg beim Video-Beweis im Relegations-Rückspiel in Ingolstadt.