Leipzig (Nord/Ost) meldete Vollzug, Hessen Kassel (Südwest), 1860 München II (Bayern) und auch Lotte (West) kamen dem Einzug in die Relegationsrunde sehr nahe. Im Norden blieb es eng.
Das Kopf-an-Kopf-Rennen in der Regionalliga Nord zwischen Holstein Kiel und dem TSV Havelse ging in die nächste Runde. Mit Mühe behaupteten die „Störche“ ihren Dreipunkte-Vorsprung vor den Niedersachsen, da erst ein verwandelter Foulelfmeter Sykoras in der Verlängerung den 3:2-Heimsieg gegen den FC Oberneuland brachte. Havelse kam zu einem relativ ungefährdeten 3:0-Auswärtserfolg beim BSV Rehden. Die drittplatzierten Wolfsburger gewannen mit 3:0 gegen Viktoria Hamburg (Trainer Lorenz-Günther Köstner: „Das war heute typischer Sommerfußball, gegen einen ganz schwachen Gegner“), haben aber keine realistische Chance mehr, oben anzugreifen.
Da mit dem FC Carl Zeiss Jena der einzige Klub, der RB Leipzig rechnerisch noch Platz eins in der Regionalliga Nord/Ost hätte streitig machen können, sein Nachholspiel beim Berliner AK verlor (1:2), konnte der Rasenballsport-Klub vorzeitig die Meisterschaft feiern. „Zunächst möchte ich zwei Glückwünsche aussprechen - an den BAK zum Sieg und an RB Leipzig zum Staffelsieg“, sandte Jenas Trainer Petrik Sander Grüße an die „Red Bulls“, die ihr Auswärtsspiel des 27. Spieltages erfolgreich abgeschlossen hatten (4:1 bei Energie Cottbus II). Energies Niederlage wertete das 4:4-Auswärtsremis des VfB Auerbach bei der TSG Neustrelitz noch ein wenig auf, da der VfB nun mindestens (noch ein Nachholspiel mehr als Energie) drei Zähler Vorsprung zu den auf Abstiegsrang 15 platzierten Lausitzern hatte. Grund zur Zufriedenheit durfte bei den Vogtländern allerdings nicht aufkommen, da sie eine 4:1-Führung in den letzten zwölf Minuten verspielten.
Fortuna Köln tat mit dem 2:0-Auswärtserfolg beim SC Wiedenbrück das Notwendige, um Spitzenreiter SF Lotte nicht noch weiter enteilen zu lassen. „Ich denke es gibt keine zwei Meinungen darüber, dass wir heute der schmeichelhafte Sieger sind“, räumte Fortunen-Coach Uwe Koschinat ein, dass seine Elf glücklich sein durfte, die Punkte mitzunehmen. Der Wuppertaler SV war am Ende zufrieden damit, im Heimspiel gegen die Sportfreunde Siegen einen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga West gerettet zu haben. Abel (52.) und Pasiov (90.) glichen die 2:0-Halbzeitführung der Gäste noch aus.
„Wir sind noch nicht durch …“, musste Trainer Uwe Wolf die Begeisterung nach dem 1:0-Erfolg über Eintracht Frankfurt II zügeln. Dass der in der Rückserie so starke KSV Hessen Kassel angesichts von nur noch drei ausstehenden Partien noch von einem der beiden ersten Ränge der Südwest-Staffel verdrängt wird, erschien jedoch unwahrscheinlich. Als warnendes Beispiel könnte allerdings die Zweite der TSG Hoffenheim (0:1 gegen den SSV Ulm) herhalten - das dominante Team der Hinserie, dem nur noch theoretische Chancen auf die Relegation verblieben. Bayern Alzenau war mit dem 0:1 gegen den FSV Mainz II praktisch abgestiegen.
„Vom Taktischen her war das heute ein sehr gutes Regionalliga-Spiel“, fand „Löwen“-Coach Markus von Ahlen, dessen Team sich knapp mit 1:0 (16., Ziereis) gegen Memmingen durchgesetzt hatte. Von seiner Bedeutung her war der Dreier für die Sechziger ebenfalls sehr gut: Von den ausstehenden drei Spielen würde nun ein einziger Sieg genügen, die Saison als Spitzenreiter der Regionalliga Bayern abzuschließen. Die Zweite des FC Bayern (4:0 gegen Aschaffenburg) hielt man sieben Zähler auf Distanz. Illertissen (überraschend 0:1 gegen Eltersdorf) war neun Punkte zurück, hatte allerdings noch ein Nachholspiel offen.
Wenn wir alle Spiele gewinnen, können wir Weltmeister werden.
— Horst Hrubesch, Deutschland, vor der WM 1982 in Spanien.