Als einziges Team aller zwölf Endrundenteilnehmer sammelte Frankreich nach zwei Partien sechs Zähler ein - das Viertelfinale war damit erreicht. Im anderen Spiel der Gruppe C drohte England das Los, vorzeitig in der Gruppenphase zu scheitern. Die eingewechselte Toni Duggan verringerte dank ihres Last-minute-Treffers gegen Russland das Risiko ein wenig. Gleichwohl gerieten diese beiden Teams vor der letzten Runde unter gehörigen Erfolgsdruck.
„Ich bin enttäuscht. Wir hatten erwartet, zu gewinnen“, gab Englands Stürmerin Toni Duggan zu Protokoll. Die 21-Jährige war im Spiel gegen Russland in der 64. Minute eingewechselt worden und konnte tief in der Nachspielzeit zumindest noch den 1:1-Ausgleich für das Team von der Insel markieren. Zwei Minuten davor hatte Duggan das Leder noch an den Querbalken des russischen Tores gesetzt. Die Punkteteilung der Britinnen war verdient, da sie die aktivere Mannschaft stellten, mehrfach jedoch an ihrer schlechten Chancenverwertung scheiterten. Einen guten Schuss Jill Scotts lenkte beispielsweise die russische Torhüterin Elvira Todua noch gegen den Pfosten (9.). Russlands 1:0-Führung kam in der 38. Minute zustande, als Elena Terekhova im Zentrum eine Linksflanke nicht richtig erwischte, ihre Teamkollegin Nelli Korovkina jedoch zur Stelle war, um den Ball aus kurzer Entfernung per Kopf über die Linie zu drücken.
Frankreichs Les Bleues konnten nach ihrem zweiten Auftritt des Turniers vorzeitig den Viertelfinaleinzug feiern. Bereits in der 5. Spielminute markierte Wendie Renards Kopfballtreffer, nach einem Eckstoß von Louisa Necib, den 1:0-Endstand gegen Spaniens Auswahl. Die von Ignacio Quereda gecoachten Spanierinnen wiesen nach, leistungsmäßig näher an die europäische Spitze herangerückt zu sein. Allen Anstrengungen zum Trotz reichte es jedoch nicht, Frankreich noch eine Punkteteilung abzuringen. Les Bleues holten durch Necib (16./53.) und Gaetane Thiney (32.) weitere gutklassige Torchancen heraus, die Spaniens Keeperin Ainhoa Tirapu zunichte machte. „Die erste Halbzeit war wirklich schwierig. Aber am Ende haben wir gewonnen und sind qualifiziert“, blickte Frankreichs Stürmerin Marie-Laure Delie auf erfolgreiche 90 Minuten zurück.
Ich habe auf dem Platz potenzielle Unfähigkeit gesehen. Mit wem Sie das in Zusammenhang bringen, bleibt Ihnen überlassen.
— Martin Luppen, Trainer Fortuna Köln, mit seiner Art der Schiedsrichterkritik...