Letzte Punkte zu vergeben

von Günther Jakobsen15:09 Uhr | 17.05.2013

Der letzte Spieltag: Drei Mal Abstiegskampf, vier Begegnungen, bei denen internationale Startplätze auf dem Spiel stehen und nur zwei Partien, die mehr oder minder lediglich die Saisonstatistik komplettieren.

Zumindest die Aufgabenstellung ist für 1899 Hoffenheim ganz einfach: Wollen die Kraichgauer ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt wahren, müssen sie, als Grundvoraussetzung, beim BVB gewinnen. Dann könnte man vorsichtig den Blick auf zwei andere Schauplätze richten. „Du kannst in Dortmund nur bestehen, wenn an dem Tag alles passt“, betont Markus Gisdol die Schwere des Unterfangens. „Dortmund presst sehr früh und übt ungeheuren Druck aus. Da dürfen wir keinen unbedachten Querpass spielen, sonst wird es schnell gefährlich.“ Dass die „Schwarzgelben“ aufgrund ihres eine Woche später stattfindenden CL-Finales kürzer treten könnten, glaubt Gisdol nicht.
Anders als die Hoffenheimer haben es Fortuna Düsseldorf und der FC Augsburg noch in eigenen Händen, die Klasse zu halten. „Wir brauchen unsere beste Leistung, um Fürth zu schlagen“, benennt Markus Weinzierl die Anforderung an den FCA, deren Erfüllung zumindest Relegationsplatz 16 sichern würde. „Nach dem Spiel werden wir dann schauen wie Düsseldorf gespielt hat …“. Die Fortuna rangiert vor dem Anpfiff noch auf Platz 15, punktgleich vor Augsburg. Der Vorteil ihres Tordifferenz (+ 5) könnte ausschlaggebend werden, stellt aber auch keine absolute Sicherheit dar, sollten sowohl Düsseldorf (in Hannover) als auch Augsburg ihre Spiele gewinnen. Bei der Fortuna arbeitet man noch daran, den angeschlagenen Kapitän „Lumpi“ Lambertz für das wichtige Spiel fit zu kriegen. Bei den 96ern werden Rausch, Chahed, Eggimann und da Silva Pinto verabschiedet.

Das „Endspiel“ um CL-Qualifikationsrang vier stellt das sportliche Highlight des Schlusstages dar. Mit einem Sieg über Schalke könnte der SC Freiburg eine großartige Saison krönen, derweil bei den „Königsblauen“ Verärgerung darüber laut wurde, dass man überhaupt noch in diese Situation geraten konnte. „Natürlich hätten wir gerne schon gegen den VfB Stuttgart alles klar gemacht. Aber andersherum: Wir haben jetzt ein Endspiel, andere Vereine nicht. Es gibt einige Clubs in der Bundesliga, die gerne in unserer Situation wären“, versucht Horst Heldt das Positive hervorzuheben. Die Breisgauer müssen ohne Caligiuri (Gelb-Sperre) sowie Krmas und Terrazzino (beide verletzt) antreten. Christian Streich, der unter der Woche den Trainingsbetrieb unter Ausschluss der Öffentlichkeit absolvieren ließ, sieht sich gerüstet: „Wir wollen auch gegen Schalke 04 alles dafür in die Waagschale werfen, gut Fußball zu spielen.“
Eine Punkteteilung vor eigenem Publikum gegen den VfL Wolfsburg würde Frankfurt vermutlich schon genügen, seinen EL-Startplatz sechs zu verteidigen. Im Falle eines Remis zwischen Freiburg und Schalke könnte die Eintracht (einen hohen Sieg vorausgesetzt) sogar noch die CL-Qualifikation schaffen. Andererseits könnte man durch eine Niederlage auch noch komplett aus den internationalen Rängen fallen - Armin Vehs Team stehen also noch einige Abschluss-Varianten der insgesamt sehr erfreulichen Wiederaufstiegssaison offen. Zwei andere Klubs sind auf einen Ausrutscher der Eintracht angewiesen, wollen sie noch die Europa League erreichen: Der Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach. Dem HSV müsste gleichzeitig aber ein Sieg über die seit sieben Spielen ungeschlagenen Leverkusener gelingen, derweil für Gladbach ein kleines Paket an Ereignissen zusammenkommen müsste: 1.) Eine Frankfurter Niederlage; 2.) kein Hamburger Sieg und 3.) ein eigener Erfolg über den FC Bayern, der in der gesamten Saison auswärts nur zweimal remis spielte, ansonsten alles gewann. Sportdirektor Max Eberl lässt sich davon nicht beeindrucken: „Das Spiel beginnt am Samstag bei 0:0 und wir wollen gewinnen.“

Der VfB Stuttgart hat in der laufenden Saison noch zwei Pflichtspiele zu bestreiten, davon ist der Bundesliga-Ausklang gegen den FSV Mainz das minder bedeutende. Natürlich wollen die Schwaben sich von ihrem Heimpublikum möglichst mit einem Sieg verabschieden, das Pokalfinale am 1. Juni steht jedoch als abschließendes Highlight auf der Agenda. Da seine Mannschaft laut FSV-Coach Thomas Tuchel „körperlich und mental am Anschlag“ sei, sind die Gäste der Stuttgarter froh, wenn die Spielzeit vorüber ist. „Die Spieler geben ihr Letztes. Und das werden sie am Samstag noch einmal tun“, meint Tuchel. Die Bremer bestreiten ihr letztes Saisonspiel auswärts beim 1. FC Nürnberg. Erstmals nach 14 Jahren zählt Trainer Thomas Schaaf nach der prompten Trennung nicht mehr zu den „Grünweißen.“



Wir kriegen keine fertigen Spieler, sondern wir wollen die Spieler fertig machen

— Steffen Baumgart als Trainer des SC Paderborn, zur Kaderplanung.