Während es zwischen Leverkusen und Schalke um Plätze im Vorderfeld geht, liefert das Nordduell Braunschweig vs. Hamburger SV Abstiegskampf pur. Im Südduell in Augsburg muss der 1. FCN improvisieren.
Am 21. Spieltag stehen verstärkt Duelle von Tabellennachbarn auf dem Plan. Den Anfang macht die Freitagspartie FSV Mainz vs. Hannover 96. Die Trainer kennen sich aus gemeinsamen Spieler-Zeiten bei den Stuttgarter Kickers. "Eine schöne Überraschung, dass er Bundesliga-Trainer wurde. Ich hoffe, dass er so nett und höflich ist wie damals und die drei Punkte morgen hierlässt", freut sich Thomas Tuchel mit einem augenzwinckernden Statement auf das Wiedersehen mit Tayfun Korkut. Der Sechspunkte-Vorsprung der 05er garantiert ihnen, dass sie auf jeden Fall vor den 96ern bleiben werden. Eine ähnliche Situation gilt auch für das Nordduell Braunschweig gegen den Hamburger SV. Die Eintracht könnte lediglich den Rückstand auf den HSV verkürzen - überholen ist nicht möglich. "Dieses Spiel wird von Dingen wie mentaler Stärke und Leidenschaft geprägt sein. Morgen herrscht Abstiegskampf pur", erklärte Torsten Lieberknecht. "Wir brauchen morgen über 90 Minuten einen Hexenkessel", appellierte der Braunschweiger Coach an das Publikum. Im dritten Tabellen-Nachbarschaftsduell schließlich ist ein Platztausch möglich: Am Sonntag versucht die Berliner Hertha, den vor ihr platzierten VfL Wolfsburg aus den internationalen Rängen zu kicken. In Reihen der Gäste sieht man dem Ausflug gelassen entgegen: "Es gibt keinen Grund, nicht mit Zuversicht nach Berlin zu fahren. Die Mannschaft hat zuletzt Stärke bewiesen", glaubt Klaus Allofs daran, dass der VfL seinen guten Lauf fortsetzt.
Allein die Tabellensituation gibt es her, dass das Derby 1899 Hoffenheim vs. VfB Stuttgart als äußerst hart umkämpft einzuschätzen ist. "Dieses Spiel ist etwas Besonderes", meint auch Markus Gisdol. "Beide Mannschaften werden mit aller Macht versuchen, die drei Punkte zu holen." In den bisherigen elf Bundesligavergleichen konnten die Kraichgauer den VfB lediglich einmal bezwingen - auf der anderen Seite steht aktuell die schwarze Bilanz der Schwaben, die ihre fünf letzten Erstligapartien allesamt verloren haben. Weitere Partien des Samstags lauten Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt, FC Bayern gegen SC Freiburg, Werder Bremen gegen Mönchengladbach und, als Spitzenspiel des Westens: Leverkusen gegen Schalke. "Schalke ist gut gestartet und hat uns auch im Hinspiel geschlagen", erinnert Sami Hyypiä daran, dass die "Knappen" nicht zwingend als Außenseiter zu betrachten sind. Das überraschende Aus im Pokal, gegen Kaiserslautern, will der Bayer-Coach als zusätzliche Motivation heranziehen: "Niederlagen gehören zum Fußball dazu, aber besonders die Art und Weise war am Mittwoch sehr enttäuschend. Gegen Schalke muss die Mannschaft jetzt ihren Charakter zeigen." Ein hochinteressanter Süd-Vergleich ist am Sonntag zu erwarten, wenn der FC Augsburg als Gastgeber für die Nürnberger fungiert. Beide Mannschaften hinterließen zuletzt einen guten Eindruck; beim FCN ist allerdings aufgrund des jüngsten Verletzungspechs (lange Zwangspausen für Chandler und Ginczek) sehr fraglich, ob Gertjan Verbeeks Kicker das Niveau halten können. "Die Mannschaft hat in dieser Konstellation noch nie zusammengespielt. Wir sind neugierig, wie es funktioniert", gibt sich selbst der Nürnberger Coach gespannt, ob die Lücken geschlossen werden können.
Die Viererkette ist nur noch ein Perlchen.
— Johannes B. Kerner